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Einer der ersten in der Schweiz geschlüpften Jungvögel des Grünlaubsängers. Die Art unterscheidet sich vom sehr ähnlichen und in der Schweiz weit verbreiteten Zilpzalp insbesondere durch die helle Flügelbinde. Foto | © Lionel Maumary (Schweizerische Vogelwarte)

Neue Brutvogelart in der Schweiz entdeckt

  • Amanda Buol
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Zum ersten Mal brütete dieses Jahr ein Grünlaubsänger in der Schweiz. Für andere Vögel, wie den Rotkopfwürger und den Grossen Brachvogel schwindet hingegen die Hoffnung, dass sie sich als Brutvögel in der Schweiz halten können. So erfreulich das Auftauchen neuer Arten sein kann, so alarmierend ist das Verschwinden einst weit verbreiteter Vögel.

Wie die Schweizerische Vogelwarte berichtet brütete der Grünlaubsänger diesen Sommer erstmals in der Schweiz. Dies Bewies der Fund zweier Altvögel mit sechs Jungen. Der insbesondere in Russland und Zentralasien beheimatete Vogel ist ein naher Verwandter unseres Zilpzalps.

Jedoch ist die Freude über solche Zuzügler und steigende Artenzahlen nur eine Seite der Medaille. Die noch laufenden Arbeiten am Brutvogelatlas 2013–2016 der Schweizerischen Vogelwarte mache bereits heute deutlich, dass mehrere ehemals weit verbreitete Brutvögel aus der Schweiz verschwunden seien.

„Das Verschwinden von Vogelarten widerspiegelt den schleichenden Rückgang der Biodiversität in der Schweiz. Daran ändert auch ein neuer Brutvogel nichts, so sehr wir uns darüber freuen“

Peter Knaus, Schweizerische Vogelwarte

So ging mit den grossen Hochstamm-Obstgärten auch der Rotkopfwürger verloren. Und der auf grosse ungestörte Feuchtgebiete angewiesene Grosse Brachvogel könne nur noch bestaunt werden, wenn er die Schweiz auf dem Zug durchquert oder hier überwintert. Beide Arten konnten seit Beginn der Arbeiten am Brutvogelatlas nicht mehr als Brutvögel nachgewiesen werden.

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