Bio Weizen

Neue Bioackerbauern braucht das Land

  • Nora Kieselbach
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Bioprodukte in der Schweiz boomen – so auch das Biobrot. Doch kaum ein Biobrot in der Schweiz besteht nur aus Schweizer Getreide, denn die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem, schreibt Jonas Ingold via Landwirtschaftlichem Informationsdienst LID.

Heute findet am Strickhof in Lindau ZH der erste Schweizer Bio-Ackerbautag statt. Verschiedene Organisationen – unter anderem Bio Suisse – informieren über den Bio-Ackerbau, die neuesten Sorten werden vorgestellt und Interessierte können sich an Feldposten bei Praktikern und Beratern informieren. Denn neue Bio-Ackerbauern braucht das Land: Zwar wird generell die Schweizer Bioproduktion ausgebaut, doch der Ackerbau hinkt hinterher.

Eine Studie der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) aus dem Jahr 2010 hat die Furcht vor Unkrautproblemen und der Nichterfüllung von Qualitätsanforderungen als Hauptgrund eruiert, der Landwirte vom Umstieg auf Bio-Ackerbau abhält. Viele Bauern betrachten zudem eine Umstellung als zu mühsam. Ausserdem dauert es zwei Jahre, bis die neuen Betriebe ihr Getreide als Bio anpreisen dürfen. Bis dahin gilt es als Umstellungsgetreide und wird je nachdem als Futtergetreide gebraucht oder mit der Umstellknospe verkauft.

Stephan Jaun, Leiter Information bei Bio Suisse, ist überzeugt, dass ein Kundenbedürfnis nach Biobroten aus Schweizer Getreide besteht: Das Vertrauen in die Schweizer Biolandwirtschaft, die kurzen Transportwege der Waren sowie ein gewisser Konsumpatriotismus sprechen für das Schweizer Biobrot. Dass der Verkauf an einem höheren Preis scheitern würde, scheint unwahrscheinlich, denn ein von 30 auf 100 Prozent steigender Inlandanteil beim Biomehl würde ein Brot von 500 Gramm um bloss 10 Rappen verteuern.

Derzeit führt beispielsweise die Migros noch kein Brot aus 100 Prozent Schweizer Bio-Getreide, ab Herbst kommen 3-4 Brote mit Umstellknospe in die Läden. Konkurrent Coop hat ein Biobrot aus ausschliesslich Schweizer Getreide im Sortiment. Laut Migros muss der Bio-Getreideanbau in der Schweiz noch jahrelang gefördert werden, damit ausschliesslich Schweizer Biobrot angeboten werden kann.

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Bio Suisse

Bild: © LID

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