Neue BAFU-Studie zeigt Risiken der Mobilfunkstrahlung auf

  • Redaktion Naturschutz
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Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Einfluss von hochfrequenter (HF) Strahlung auf die Gesundheit sind nach wie vor lückenhaft. Es gebe jedoch keinen wissenschaftlichen Grund, die heute geltenden Grenzwerte zu ändern, findet das Bundesamt für Umwelt BAFU.

Bieten die heute in der Schweiz gültigen Immissionsgrenzwerte genügend Schutz vor hochfrequenter Strahlung? Mit dieser und anderen Fragen beschäftigt sich die Literaturstudie ,Hochfrequente Strahlung und Gesundheit“, die das BAFU im Auftrag von Bundesrat und Bundesgericht erstellen liess. Die Studie stützt sich auf Forschungsergebnisse von fast 150 wissenschaftlichen Publikationen. Dies sind laut BAFU die Resultate:

– Es ist ,wahrscheinlich“, dass die von Mobiltelefonen ausgehende Strahlung eine Veränderung der Hirnströme und der Schlafphasen bewirken kann. Ebenfalls „wahrscheinlich“ ist, dass unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Unbehagen und Brennen auf der Haut mit stärkerem Mobiltelefongebrauch in Verbindung stehen.
– Als ,mögliche“ Effekte eingestuft werden Schlafstörungen sowie Leukämie im Umfeld von stark sendenden Rundfunksendern.
Auch ein erhöhtes Risiko für Hirntumore bei intensiver, langjähriger Mobiltelefonbenutzung wird als ,möglich“ angenommen.
– Eine erhöhte Mortalität oder die Entstehung von Speicheldrüsentumoren als Folge des Mobiltelefongebrauchs werden hingegen als ,unwahrscheinlich“ eingeschätzt.
– Ob HF-Strahlung in Verbindung stehen kann mit Brustkrebs, Fehlgeburten, der Fertilität, dem Immun- und Hormonsystem, den Herz- und Kreislauffunktionen sowie dem psychischen Befinden, ist aufgrund der zu spärlichen Datenlage ,nicht beurteilbar“.

Die wissenschaftliche Datenlage ist gemäss BAFU noch immer sehr lückenhaft. Experimentelle Studien am Menschen und an Zellkulturen belegten zwar unmittelbare Auswirkungen der HF-Strahlung. Ob diese aber ein Gesundheitsrisiko darstellen, sei ungewiss. Langzeitstudien an Menschen in ihrer natürlichen Umgebung gebe es erst wenige: „Zu den gesundheitlichen Auswirkungen von nahe gelegenen Mobilfunkbasisstationen gibt es bisher nur eine einzige Studie, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügt.“ Um die Wissenslücken weiter zu schliessen, läuft seit diesem Jahr ein vierjähriges Nationales Forschungsprogramm. (sb)

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1 Kommentar

  • Gschwend Thomas

    Trotz bekannter Risiken plant die Orange erneut eine Antenne im Wohngebiet von Oberriet. Ich frage mich, wie lange sich Natelanbieter und auch Besitzer von der zur Verfügung gestellten Liegenschaften sich „im Dienste“ und auf Kosten der Gesundheit betroffener Anwohner noch bereichern dürfen
    Gschwend Thomas

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