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Honig weltweit ist mit Neonicotinoiden belastet. © PollyDot [CC-BY-SA-2.0], via pixabay.com

Neonicotinoide in Honigproben aus aller Welt nachweisbar

  • Julia Hatzl
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Die Analyse von Honigproben belegt: Eine hohe Neonicotinoid-Belastung findet sich nicht nur in Regionen, in denen viel gespritzt wird, sondern in jedem Winkel der Welt.

Neonicotinoide stehen ganz oben auf der Liste und sind Insektizide, mit welchen das Saatgut von Pflanzen wie Raps, Sonnenblumen und Mais oft schon präventiv behandelt wird. Aber auch auf dem Feld werden Pflanzen damit besprüht. Wenn die Pflanze wächst, gelangt das Gift überall in die Pflanze und bleibt dort. Eine Neue Studie der UZH und ETH konnten nun nachweisen, dass das Problem mit Neonicotinoid-Belastung nicht nur Europa und Nordamerika betrifft. Rückstände der Substanz sind auf der ganzen Welt nachweisbar. Auch in entlegenen Regionen, in denen keine solch intensive Landwirtschaft betrieben wird.

Tatkräftige Mithilfe

2012 begann ein Team von Wissenschaftlern, geleitet von Alex Aebi von der Universität Neuchatel, ihre gesamten Freunde und Bekannten zu fragen, ob sie von ihren weltweiten Reisen ein Glas Honig mitbringen können. Mit ihrer Hilfe konnten sie innerhalb von nur drei Jahren über 198 Honigproben akquirieren. Von allen Kontinenten, ausgenommen Antarktika, haben die Wissenschaftler Honig bekommen. Alle Honigproben untersuchten sie auf Spuren von Neonikotionoiden und kamen zu einem erschreckenden Schluss: in 75% des Honigs konnten mindestens eine Neonikotinoidvariante nachgewiesen werden. Von den 75% enthielten die Hälfte zwischen zwei und fünf verschiedenen Neonikotionoiden.

Bedenkliches Ausmass und Konzentration

Für die Bienen stellen vor allem die Pollen ein Problem dar, denn auch in diese gelangen kleine Spuren des Giftes. Wenn sie dieses aufnehmen, können bereits wenige Milliardstel Gramm eine Biene töten. Wie kleinere Mengen wirken, ist noch nicht völlig klar. Da Neonicotinoide als Nervengift wirken, finden die Bienen oft nicht mehr zurück in den Stock. Auch könnten kleine Mengen des Giftes bewirken, dass das Immunsystem der Insekten geschwächt wird. Zuvor symptomlos verlaufende Virusinfektionen können so plötzlich zur Bedrohung werden. Auch wir Menschen essen wahrscheinlich täglich kleine Mengen an Neonicotinoiden.

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