1902 als Somerresidenz von Sir Cassel erbaut, feiert das Pro Natura Zentrum Aletsch heute sein 40jähriges Bestehen. | © Pro Natura Zentrum Aletsch / Pascal Gertschen
1902 als Somerresidenz von Sir Cassel erbaut, feiert das Pro Natura Zentrum Aletsch heute sein 40jähriges Bestehen. | © Pro Natura Zentrum Aletsch / Pascal Gertschen

Naturschutzzentrum Aletsch feiert den 40. Geburtstag

  • Amanda Buol
  • -

1300 Meter kürzer ist der Aletschgletscher heute als im Gründerjahr des Pro Natura Zentrums Aletsch 1976. Dafür gibt es heute auf der Riederalp rund 4000 Touristenbetten mehr als damals. Der Wandel des Aletschgebietes ist das Leitmotiv der Saison im Naturschutzzentrum und wird zum 40-Jahre-Jubiläum in einer Ausstellung thematisiert. 

Anfang des 20. Jahrhunderts als mondäne Sommerresidenz des reichen Engländers Sir Ernest Cassel erbaut und nach dessen Tod über Jahrzehnte als Hotel genutzt, erwarb Pro Natura 1973 die historische Villa Cassel. Ziel war es, auf der Riederalp das erste Naturschutzzentrum der Schweiz zu errichten. Als Vorbilder dienten den Pionieren die britischen «Field Study Centers» oder die «Visitor Centers» in amerikanischen Nationalparks. Am 10. Juli 1976 öffnete das Pro Natura Zentrum Aletsch seine Türen zum ersten Mal.

Seither hat sich das Zentrum ständig weiter entwickelt und sich den verändernden Bedürfnissen der Gäste angepasst. Ebenso verändert hat sich aber auch die Landschaft des Aletschgebietes. Das Pro Natura Zentrum Aletsch zeigt deshalb zum Jubiläum die Ausstellung «40 Jahre Pro Natura Zentrum Aletsch – eine Zeitreise durch das Aletschgebiet». Dabei geht es weder um Besucherstatistiken noch um einen nostalgischen Rückblick. Vielmehr steht der markante Wandel der Landschaft im Aletschgebiet im Mittelpunkt, wobei die verschiedenen Exponate den Blick für die Gegenwart schärfen und zum Nachdenken anregen sollen.

So zeigt die Jubiläumsausstellung, die bis am 16. Oktober 2016 geöffnet ist, den rasanten Eisverlust des grössten Alpengletschers in den vergangenen 40 Jahren. Der Grosse Aletschgletscher ist in den vergangenen 40 Jahren mehr als 1300 Meter abgeschmolzen. Ausserdem wagt die Ausstellung auch einen Blick in die Zukunft.

Ebenso deutlich wird der Wandel der Landschaft am Beispiel der Riederalp. Zwischen 1976 und 2016 verdreifachte sich die Zahl der Gästebetten von 2’213 auf 6’000. Die Zahl der Übernachtungen vermochte mit dem rasanten Anstieg des Bettenangebotes jedoch nicht Schritt zu halten: Rund die Hälfte der Betten sind so genannte «kalte Betten» in Zweitwohnungen, die nicht bewirtschaftet werden.

Weitere Informationen zum Pro Natura Zentrum Aletsch, zur Ausstellung und Veranstaltungen finden Sie hier »

Beitrag kommentieren