Das zunehmend beeinträchtigte Flachmoor Camon in Bivio. | © Parc Ela
Das zunehmend beeinträchtigte Flachmoor Camon in Bivio. | © Parc Ela

Naturschutz und Skitourismus gehen Hand in Hand

  • Judith Schärer
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In Bivio starteten parallel zwei Projekte zur Rettung des Flachmoors in Camion. Diese zeigen: Naturschutz und Tourismus können Hand in Hand gehen.

In Bivio haben die Bauarbeiten zu zwei Projekten begonnen, die beweisen, dass Naturschutz und Skitourismus Hand in Hand gehen können, wie der Verein Parc Ela berichtet. Dieser stellt ein Flachmoor wieder her und die Sportanlagen Bivio befestigen einen Weg. Beide Projekte führen dazu, dass das Flachmoor Camon vor der langsamen Zerstörung gerettet wird.

Ums Flachmoor südlich des Bergrestaurants Camon im Skigebiet von Bivio ist es nicht zum Besten bestellt. Vermutlich eine frühere Beweidung hat zu kahlen Stellen geführt. Torf, der sich in Jahrtausenden gebildet hat, wird abgeschwemmt. Alte Drainagegräben entziehen dem Moor lebenswichtiges Wasser, zusätzlich durchziehen alte Fahrspuren das empfindliche Flachmoor.

Doch jetzt ist Besserung in Sicht. Die Bivio Sportanlagen AG befestigt die bestehende Haupt-Fahrspur auf einem trockeneren Rücken und füllt die beiden Wegspuren mit Rindenmulch aus. Dadurch werden Fahrten der Alpbewirtschafter und der Skilifte auf eine Spur kanalisiert, der Rest des Moors wird verschont. Gleichzeitig fallen Rasenziegel und Torf an, die dem Rest des Moors wieder zugutekommen. Der Verein Parc Ela nutzt das Material, um das Moor wieder herzustellen. In den Boden getriebene Holzspundwände sollen die Erosion aufhalten, Sägemehl und Torf dienen zum Auffüllen der Gräben, und mit den Rasenziegeln vom Wegebau werden die offenen Flächen wieder bepflanzt.
Die Bauarbeiten haben letzte Woche begonnen und sollen innert einem Monat abgeschlossen sein. Bis sich das Moor vollständig erholt hat, dürfte es hingegen noch einige Jahre dauern.

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