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Natur und Landwirtschaft gemeinsam

  • Barbara Darani
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bauernhofSowohl die Landwirtschaft wie auch die Natur stehen vor grossen Herausforderungen. Der Landwirtschaftspolitik muss es gelingen, die staatlichen Subventionen stärker an den gesellschaftlichen und ökologischen Zielen auszurichten. An einer Fachtagung von Pro Natura wurden vielversprechende Vorschläge diskutiert. Für Pro Natura ist klar, dass die Probleme von Natur und Landwirtschaft nur gemeinsam gelöst werden können.

Die Landwirtschaft ist die grösste Flächennutzerin der Schweiz. Sie entscheidet nicht nur über die Nahrungsmittelproduktion, sondern prägt auch die Entwicklung der Biodiversität. Die Probleme der Natur und der Landwirtschaft sind oft die gleichen. Ein Beispiel ist der zunehmende Kulturlandverlust. Die Natur verliert ihre Lebensräume, die Landwirtschaft ihre Produktionsgrundlage. Eine weitere Problemursache sind falsche Anreize im Direktzahlungssystem. Eine Weiterentwicklung des heutigen Direktzahlungssystems – das wurde an der Landwirtschaftstagung von Pro Natura deutlich – kann für Landwirtschaft und Naturschutz Probleme lösen.

«Auf der Suche nach gemeinsamen Lösungen spielt das System der landwirtschaftlichen Direktzahlungen eine Schlüsselrolle. Heute finden sich darin Fehlanreize wie beispielsweise die hohen tierbezogenen Direktzahlungen. Diese fördern die Intensivierung der Produktion und damit eintönige Fettwiesen auf Kosten von artenreichen Blumenwiesen», gab Pro Natura Landwirtschaftsexperte Marcel Liner zu bedenken. Mehrere Referentinnen und Referenten gingen der Frage nach, wie das System verbessert werden kann, damit sowohl Naturschutz als auch die Landwirtschaft gestärkt werden.

Samuel Vogel vom Bundesamt für Landwirtschaft betonte, dass mit dem vorliegenden Bericht des Bundesrates zur Weiterentwicklung des Direktzahlungssystems eine Grundlage für eine konstruktive politische Diskussion vorliege. Marcel Liner, Pro Natura, präsentierte erste Modellresultate und folgerte: «Die Herausforderung besteht darin, die ökologischen Leistungen zu verbessern und die heute zu hohen Tierhaltungsbeiträge zu senken, ohne dass das Einkommen im Berggebiet sinkt.»

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