Amateurtennismatch

Natur und Landschaft zahlen den Preis

  • Monika Jung
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AmateurtennismatchDie Gemeinde Kemmental will mit einer Sonderbauzone und weiteren Zugeständnissen ermöglichen, dass Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel in einer geschützten Landschaft bauen kann. Für den WWF und die Stiftung Landschaftsschutz ist dieses Vorgehen raumplanerisch verantwortungslos und rechtlich nicht haltbar. Sie gelangen mit einem Rekurs an den Kanton.

Der WWF und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) freuen sich, dass der sympathische Formel-1-Weltmeister im Thurgau eine neue Heimat gefunden hat. Nicht aber darüber, dass geschütztes Land für den Bau eines Tennisplatzes und eines Swimming-Pool geopfert werden soll. Die Raumplanung wird ad absurdum geführt, und auch die Rechtsgleichheit ist nicht mehr gegeben, wenn Bau- und Zonenvorschriften nach Belieben persönlichen und finanziellen Interessen angepasst werden. Den Preis dafür zahlen die Natur und die Landschaft.

Das betroffene Grundstück „Neumüli“ liegt in einer intakten, geschützten Geländekammer und einem wichtigen Vernetzungskorridor. Darum ist es als Landschaftsschutzzone klassifiziert und Bestandteil eines kantonalen Landschaftsentwicklungskonzepts. Zur Kompensation der Sonderbauzone wurde angeboten, bereits erschlossenes Bauland vorübergehend auszuzonen. Dies ist sowohl aus Sicht der Raumplanung wie auch des Natur- und Landschaftsschutzes sinnlos.

Das Vorgehen im Fall Vettel widerspricht dem Sinn und Geist des Bundesgesetzes über die Raumplanung und auch den derzeitigen Bestrebungen des Kantons Thurgau und des Bundes, die Zersiedelung der Landschaft zu stoppen. Für den WWF und die SL ist zwingend, dass der Kanton die neu geschaffene Sonderbauzone in Kemmental rechtlich überprüft. Die beiden Organisationen werden deshalb beim Baudepartement des Kantons Thurgau einen Rekurs einreichen.

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Bild: SebastianWilken/wikimedia

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