Nationalrat fand für ökologischere Jagd kein Gehör

  • Redaktion Naturschutz
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Die Jagd soll in der Schweiz nicht stärker eingeschränkt werden. Der Nationalrat hat am Donnerstag zwei Motionen abgelehnt, die mehr Schutz für gefährdete Tiere und eine Ausdehnung der Ruhegebiete forderten.
Ruedi Aeschbacher (EVP) wollte den Bundesrat dazu verpflichten, gefährdete Säugetier- und Vogelarten umgehend zu schützen und bei Schonzeiten der jagdbaren Arten ausreichend auf die Fortpflanzungszeit Rücksicht zu nehmen. Es sei doch nicht sinnvoll, Arten wie etwa das Birkhuhn, die Waldschnepfe oder den Feldhasen in umfangreichen Programmen zu schützen, dann aber in den Kantonen zum Abschuss freizugeben, argumentierte er.
Sein Fraktionskollege Walter Donzé verlangte ebenfalls aus Gründen des Tierschutzes ein ausreichend grosses Netz an nicht bejagten Ruhegebieten für Wildtiere. Speziell die Wasser- und Zugvogelgebiete sollten einen angemessenen Schutz erhalten.
Angeführt vom Widerstand aus Jägerkreisen lehnte die grosse Kammer indes beide Motionen ab. Stephane Rossini (SP) sagte, es gebe sowieso wenig Gebiete, wo überhaupt gejagt werden dürfe.

Der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz, der Schweizer Tierschutz STS und Pro Natura reagierten mit Unverständnis. Es sei für die Bevölkerung nicht verständlich, wenn für gefährdete Arten Förderungsmassnahmen ergriffen werden müssten und sie gleichzeitig noch geschossen würden. Beim Schutz der Ruhegebiete gäbe es vor allem bei den national bedeutenden Wasservogelreservaten ein grosses Defizit. Dieser unhaltbare Zustand bleibe nun unserem Land vorläufig erhalten. Ebenso gäbe es weiterhin jagdbare Tierarten, die nicht einmal während der Brutzeit eine Schonzeit haben.

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