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Nanosilber als Stressfaktor für Algen

  • Nicole Wabersky
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Die Verwendung von Nanosilber hat heutzutage in vielen Bereichen zu genommen. Zu finden sind Silberionen in Kosmetika, Lebensmittelverpackungen, Desinfektionsmitteln und der Funktionsbekleidung. Eine Studie des Schweizerischen Nationalfonds zeigt, dass ein großer Teil dieser Silberionen in den Abwasserreinigungsanlagen aus dem Wasser gefiltert wird. Dennoch gelangt ein kleiner Teil dieser Ionen in die Umwelt. Leider ist hier noch wenig über den Verbleib und die Wirkung des restlichen Nanosilbers in der Umwelt bekannt.

Bekannt ist nur, dass Silberionen auf Wasserorganismen stark toxisch wirken. Wie hoch aber die Konzentration sein muss um eine Reaktion hervorzurufen und wie die Organismen auf diesen Stress reagieren war bis anhin nicht bekannt. Smitha Pillai von der Eawag-Abteilung Umwelttoxikologie und ihre Forscherkollegen von der ETH Lausanne und der ETH Zürich untersuchten nun die Auswirkungen von unterschiedlichen Konzentrationen von Silberionen im Wasser auf die Prozesse in den Zellen der Grünalge Chlamydomonas reinhardtii.

Die Forscher fanden heraus, dass die Silberionen den Energiestoffwechsel der Algen schädigen, wodurch die Fotosynthese- und Wachstumsraten stark fallen. Als Ursache wird vermutet, dass die Algen somit versuchen die Schäden zu reparieren. Eine Erholung auf diesen Stress konnte nur bei geringen Konzentrationen festgestellt werden. Bei größeren Konzentrationen stellte sich keine Erholung ein, da die Reparaturmechanismen nicht mehr ausreichten.

Trotz dieser Studie bleiben mehrere Fragen offen. Die Forscher weisen hier auf zwei Dinge hin. Zum einen ist unbekannt was passiert, falls noch andere Stressfaktoren, wie Chemikalien auf die Algen einwirken und zweitens ob Silberionen aus den Zellen heraustransportiert werden können. Letzteres hätte für höhere Organismen negative Folgen, da Algen in der Nahrungskette das erste Glied darstellen.

Medienmitteilung EAWAG

Bild: Dartmouth Electron Microscope Facility, Dartmouth College [Public domain], via Wikimedia Commons

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