Zahncremes

Nanopartikel – unbekannte Folgen

  • Monika Jung
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Zahncremes Titandioxid findet sich in Lebensmitteln und Kosmetika wie Kaugummis, Sonnencremes, Zahnpasta oder Reinigungsmitteln. Eine Forschungsgruppe mit Beteiligung von Jürg Tschopp, Professor für Biochemie an der Universität Lausanne, ist da­rauf gestossen, dass das vermeintlich harmlose Titandioxid möglicherweise Schaden im menschlichen Körper anrichten könnte.

Beobachter Natur hat Jürg Tschopp zu diesem Thema interviewt. An Mäusen konnte gezeigt werden, dass Titandioxid- wie auch Asbestpartikel durch die gleichen Gefahrendetektoren, sogenannte Inflammasome, im Körper erkannt werden. Der Professor erklärt: „Damit kann auch auf gleiche Art und Weise eine Entzündung ausgelöst werden. Es ist deshalb nicht auszuschliessen, dass Nanopartikel auch beim Menschen chronische Entzündungen hervorrufen können, die – wie beim Asbest – möglicherweise erst nach Jahren oder Jahrzehnten zu gesundheitlichen Problemen führen.“

Sichere Voraussagen seien sehr schwierig, die möglichen Gefahren sind allerdings bekannt und  es wird weltweit entsprechend geforscht. Bis eindeutige Resultate vorliegen, werden allerdings die Menschen weiterhin als Versuchstiere benutzt. Nanopartikel werden erst seit etwa zehn Jahren im grossen Massstab eingesetzt, und wie das Beispiel Asbest gezeigt hat, reicht diese Zeitspanne nicht zwingend, um verheerende Folgen ausschliessen zu können, schreibt der Beobachter Natur im Artikel.

Ob in einem Produkt Titandioxid enthalten ist, erkennt man gemäss Tschopp teilweise im Kleingedruckten, aber auch hinter den Codes CI 77891 und E 171 versteckte sich die Substanz. Tschopp empfiehlt den Konsumenten möglichst auf Produkte mit Nanopartikeln zu verzichten, in Zahnpasta zum Beispiel sei nur Titandioxid enthalten, damit die Creme möglichst weiss aussieht.

Interview im Beobachter Natur

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