© jbloom [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Nahrungsmittelabfälle kosten die Welt pro Jahr 2,6 Billionen Dollar 

  • Roman Vonwil
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Wie gross sind die gesellschaftlichen Kosten von Nahrungsmittelabfällen und welche Vermeidungsmassnahmen sind volkswirtschaftlich sinnvoll? Die Welternährungsorganisation (FAO) hat eine vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) erarbeitete Studie zu den gesellschaftlichen Kosten vorgelegt. Die Grössenordnung ist enorm, sie belaufen sich auf etwa 2,6 Billionen US-Dollar pro Jahr. Massnahmen gegen Food Waste würden sich in vielen Fällen lohnen.

Etwa ein Drittel der gesamten Nahrungsmittelproduktion wird nicht konsumiert sondern weggeworfen oder geht entlang der Wertschöpfungskette verloren. Dabei geht es nicht nur um den Verlust immenser Mengen an Nahrungsmitteln, sondern auch um grosse negative Umweltwirkungen und die damit zusammenhängenden Kosten für die Gesellschaft. Eine Studie, die das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) zusammen mit der Welternährungsorganisation FAO und Forschern der London School of Economics erarbeitet hat, beziffert erstmals die volkswirtschaftlichen Kosten dieser Nahrungsmittelabfälle und berechnet Kosten und Nutzen von beispielhaften Vermeidungsmassnahmen.

So zeigt sich, dass die direkten Kosten durch die verlorene Produktion etwa eine Billion US-Dollar ausmachen, die Umweltkosten etwa 700 Milliarden und die sozialen Kosten etwa 900 Milliarden. Zusammen sind das 2,6 Billionen US-Dollar oder etwa 4 Prozent des globalen Bruttosozialprodukts.

Bei den Umweltkosten sind vor allem die Treibhausgasemissionen und der Wasserverbrauch für Bewässerung in Regionen mit Wasserknappheit wichtig, bei den sozialen Kosten sind es Gesundheitskosten, Konflikte und Wohlfahrtsverluste aufgrund schwindender Lebensgrundlagen. Während die direkten Kosten einigermassen verlässlich abzuschätzen sind, sind die Umweltkosten  sehr stark von Annahmen, wie zum Beispiel den Schadenskosten einer Tonne Treibhausgasemissionen oder der Wasserknappheit in verschiedenen Regionen abhängig.

In einer begleitenden Studie wurden die Kosten und Nutzen verschiedener konkreter Massnahmen, um Nahrungsmittelabfälle und -verluste zu reduzieren, quantifiziert. Diese ergänzt die globalen Kostenschätzungen um konkrete Fallstudien zu möglichen Massnahmen und um Schätzungen, was diese an Kosteneinsparungen und reduzierten Umweltwirkungen bewirken könnten. Dabei zeigt sich, dass die Wirkung der Massnahmen sehr stark von der Art der Nahrungsmittelabfälle und von den betrachteten Indikatoren abhängt. Tendenziell wird klar, dass die Vermeidung von Nahrungsmittelabfällen erstes Ziel bleibt, da sie vorteilhafter als Wiederverwertung ist, auch wenn letztere sehr effizient organisiert werden kann.

Unterschreiben Sie deshalb jetzt noch die Food Waste-Petition des WWF Schweiz, die verlangt, dass sich die Schweiz verbindliche Ziele zur Reduktion der Lebensmittelverluste setzt.

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