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Nagra verärgert Kantone

  • Redaktion Naturschutz
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Am 20. Januar hat die Nagra  20 Vorschläge für Standortareale für die Platzierung der Oberflächenanlage geologischer Tiefenlager vorgestellt. Sie dienen den sechs Standortregionen Südranden, Zürich Nordost,  Nördlich Lägern, Jura Ost, Jura-Südfuss und Wellenberg als Diskussionsgrundlage in der regionalen Partizipation. In den kommenden Monaten geht es nun darum, gemeinsam mit jeder Standortregion mindestens ein Standortareal festzulegen.

Geologische Tiefenlager brauchen an der Oberfläche Infrastruktur zum Bau und Betrieb des Lagers im Untergrund. Der wichtigste Bestandteil ist die Oberflächenanlage, welche als Pforte zum künftigen Tiefenlager dient. Oberflächenanlagen können im Unterschied zu unterirdischen Lagerteilen flexibel platziert, erschlossen und gestaltet werden. Die Vorschläge der Nagra dienen den Standortregionen als Grundlage für die Diskussion innerhalb der Regionalkonferenzen, welche Präferenzen entwickeln, Anpassungen vorschlagen oder auch eigene Varianten einbringen können. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit hat die Nagra die Aufgabe, ein Standortareal pro Region für die weitere Bearbeitung zu bezeichnen. Bei der Wahl dieser Standortareale fliessen die Anliegen der lokalen Mitwirkungsgremien wesentlich in die Beurteilung mit ein. Thomas Ernst, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Nagra. : «Die Anliegen der Regionen sind wichtig für die Nagra. Wir berücksichtigen die Ergebnisse der kommenden Diskussionen mit den Regionen und setzen diese um, sofern sie sicherheitsmässig und technisch sinnvoll machbar sind.»

Die Schweizerische Energie-Stiftung SES zeigt sich in einer Stellungnahme als verärgert und verlangt ein umgekehrtes Vorgehen: Zuerst brauche es den Lagerstandort, dann die Oberflächenanlage. Alles andere sei unlogisch und hintertreibe die Suche nach dem sichersten Standort.

Auch der Aargauer Regierungsrat kritisierte das Vorgehen laut dem Tages-Anzeiger als «ungewöhnlich». Die kantonalen Entwicklungsgebiete seien nicht berücksichtigt worden. Ebenfalls aus grundsätzlichem Widerstand gegen ein Endlager äusserten sich die Kantonsregierungen Schaffhausen und Nidwalden ablehnend zu den Standortvorschlägen auf ihrem Kantonsgebiet. In Zürich wird die Baudirektion bis im April die Vorschläge prüfen. Die Thurgauer Behörden wollen die weiteren Abklärungen «aufmerksam verfolgen».

Nagra

SES

Tages-Anzeiger

1 Kommentar

  • Nana

    Geflechtmeister sagt:Und wie es dann “weiter geht”, das weiß ich slbest noch nicht so genau. Aber man kann ja schon mal beginnen. Bis sich das rum gesprochen hat, wird es eh noch dauern Eventuell könnte man auch das BVG in Karlsruhe aufrufen um dann UNSERE Verfassung zu ratifizieren…

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