© Monik Markus [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Nachholbedarf bei Pelzdeklarationen

  • Roman Vonwil
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Die Schweiz ist das einzige Land, in dem Pelzdeklarationen gemacht werden müssen, und nimmt somit eine Vorbildfunktion für andere Länder ein. Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung will aber noch mehr: Ein Importverbot für Pelzprodukte, deren Herstellung nicht dem Schweizer Tierschutzstandard entsprechen.

Eine Umfrage, welche im März 2014 im Auftrag der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN durchgeführt wurde, zeigt, dass sich eine grosse Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer gegen Pelz aussprechen. Rund 80% halten das Töten von Tieren für Pelzprodukte für nicht vertretbar und gar 85% ziehen pelzfreie Geschäfte anderen Unternehmen vor. Auch findet nicht nur VIER PFOTEN Schweiz, dass es ein Importverbot für Pelzprodukte geben soll, welche nicht den Schweizer Tierschutzstandards entsprechen, sondern auch 90% der Schweizer Bevölkerung.

Am 1. März 2014 in der Schweiz die neue Pelzdeklarationsverordnung in Kraft getreten, welche besagt, dass Pelz und Pelzprodukte deklariert werden müssen. Auf den Etiketten müssen Angaben über Tierart, Herkunft sowie Gewinnungsart zu finden sein. Das Ziel dieser neuen Verordnung ist, die Konsumentinnen und Konsumenten zu sensibilisieren und über die Produktionsweise der Pelzprodukte zu informieren, damit sie sich bewusst für oder gegen den Kauf von Pelzprodukten entscheiden können.

Nachdem das neue Gesetz seit 6 Monaten in Kraft ist, hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) stichprobemässig überprüft, ob die Pelze und Pelzprodukte richtig beschriftet sind, und eine erste Zwischenbilanz veröffentlicht.

Bis Ende August wurden 90 Geschäfte, Onlineplattformen und Versandkataloge überprüft, von welchen 48 Pelzprodukte im Angebot hatten. Nur bei sieben der 48 überprüften Verkaufsstellen waren alle Deklarationen korrekt. Bei fast 700 Artikel wurde unvollständig deklariert und bei über 200 gar nicht. Vor allem bei den Angaben zur Herkunft und Gewinnungsart eines Pelzes oder Pelzproduktes bestehe laut der Zwischenbilanz noch Nachholbedarf.

Laut VIER PFOTEN zeigt die hohe Anzahl an Beanstandungen zwar, dass noch einiges verbessert werden muss, dass jedoch der Ansatz des neuen Gesetzes stimmt, und die Schweiz somit eine Vorreiterrolle einnimmt, was die Pelzdeklarationspflicht angeht.

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