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Nachhaltiges Bauen verbessern – durch Erfahrungsaustausch und gute Planung

  • Kathrin Ruprecht
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Eine ansprechende Architektur, erbaut aus regionalem Holz und Stein und im Passivhausstandard. So sehen öffentliche Gebäude wie Schulen und Gemeindezentren der Zukunft aus. Doch nachhaltig Bauen in unterschiedlichen Klimazonen, vom arktischen Polarkreis bis zum Mittelmeer, geht das? Das Projekt MountEE zeigte in den letzten drei Jahren mit 28 Pilotgebäuden wie es gelingen kann.

Ab dem Jahr 2018 sollen alle neuen und renovierten öffentlichen Gebäude einen Energieverbrauch haben, der fast bei null liegt, so die Vorgaben der EU. Knowhow und Technik sind vorhanden, bei der Umsetzung brauchen Gemeinden aber Unterstützung, berichtet der Projektleiter von MountEE.

Mit Hilfe von ExpertInnen wurden im Projekt MountEE seit 2012 in sechs europäischen Berggebieten die Bau- und Renovierungsstrategien in Richtung mehr Energieeffizienz, mehr erneuerbare Energien und mehr Nachhaltigkeit verbessert. 28 Pilotgebäude, darunter das neue Rathaus im schwedischen Kiruna, das Bürogebäude des Nationalparks im französischen Olette oder eine Schule im italienischen Sagrado wurden so gebaut und renoviert.

Servicepaket nachhaltig Bauen

Der Schlüssel zum Erfolg war ein ganzheitliches, professionelles und strukturiertes Vorgehen im gesamten Bauprozess – von der Idee über die Planung bis zur Umsetzung. Dabei verliert man leicht den Überblick. Sehr viel Erfahrung im Bereich nachhaltig Bauen und Renovieren hat das österreichische Bundesland Vorarlberg. Nach dessen Vorbild wurde so in allen Regionen ein Servicepaket weiterentwickelt, mit dem die Pilotgebäude renoviert oder neu gebaut wurden.

Das sogenannte «Servicepaket Nachhaltig Bauen in der Gemeinde» umfasst dabei fünf Module: Vom kostenlosen Impulsgespräch bis zur Ausführung und Nachkontrolle werden Gemeinden und Architekten von einem Expertenteam wie BauökologInnen oder UmweltberaterInnen in den Bereichen Energie, ökologisches Bauen, Beschaffungsverfahren und Qualitätssicherung beraten. Mit durchdachter Planung, optimierter Gebäudehülle und effizienten und ständig kontrollierten Heizungs- und Lüftungstechniken lassen sich so bis zu 80 Prozent der Energie- und Betriebskosten sparen.

Voneinander lernen

Die Pilotregionen im MountEE-Projekt im schwedischen Norbotten und Dalarna, dem italienischen Friaul, den Regionen Rhône-Alpes und Pyrenäen sowie dem österreichischen Vorarlberg zeigten, dass Gemeinden mit entsprechender Unterstützung sehr schnell Know-How und Erfahrungen im Bereich nachhaltig Bauen und Renovieren gewinnen können.

Sabine Erber, Projektpartnerin vom Energieinstitut Vorarlberg dazu: «Regionen mit etablierter nachhaltiger Baukultur bauen wesentlich günstiger als Regionen die erst am Anfang dieses Prozesses stehen. Durch den Erfahrungsaustausch im Projekt konnten weniger erfahrene Regionen vom Wissen und von den Fehlern die Andere schon gemacht haben lernen und so schneller zum Ziel kommen.»

Entscheidend für den Projekterfolg war auch die Gründung regionaler Kooperations-Netzwerke in den Pilotregionen. In regelmäßigen Treffen aller am Bauprozess Beteiligten Schlüsselpersonen wie Baubeauftragte, EnergiemanagerInnen, PolitikerInnen, ArchitektInnen, FinanzgeberInnen, wurden langfristige Strategien und Maßnahmen anhand der Pilotgebäude diskutiert und umgesetzt.

Mehr Informationen über MountEE finden Sie hier.

1 Kommentar

  • Karel Novinar

    Nachhaltiges Bauen ist ja okay. Aber der Klotz auf dem Foto ist nicht landschaftsschonend in die Landschaft eingepasst, was nach Raumplanungsgesetz für alle neuen Bauten gelten würde. Nachhaltigkeit wird hier also nicht nachhaltig umgesetzt.

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