© CA-TV [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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EnergieSchweiz zählt 364 Energiestädte und acht 2000-Watt-Areale

  • Kathrin Ruprecht
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Die Labelkommission des Trägervereins Energiestadt hat an ihrer März-Sitzung vier Gemeinden erstmals als Energiestädte zertifiziert, darunter Lichtensteig SG. Die Siedlung Sihlbogen in Zürich wurde als achtes 2000-Watt-Areal ausgezeichnet.

Nachhaltige Energiepolitik ist keine Frage der Grösse, sondern des Wollens, schreibt EnergieSchweiz. Dies zeigt eindrücklich das Beispiel der Toggenburger Gemeinde Lichtensteig. Sie hat im März 2015 das Label Energiestadt erhalten. Mit 2000 Einwohnern ist sie eine der kleinsten Energiestädte überhaupt. Der Anstoss zur Zertifizierung als Energiestadt kam von der Bürgeraktion 2022, einem Beteiligungsprozess für die Entwicklung der Gemeinde. Aus einer bunt gemischten Arbeitsgruppe zum Thema Energie entstand die Energiekommission. Diese entschied 2014, dass sich Lichtensteig um das Label bewerben sollte. Daraufhin trat die Gemeinde dem Trägerverein Energiestadt bei und erstellte einen Plan mit Dutzenden von Massnahmen für die Jahre 2014-2018. So saniert sie alle öffentlichen Gebäude, stellt die Strassenbeleuchtung auf LED um, plant eine Holzschnitzelfeuerung für die Schule und informiert die Bevölkerung mit dem Maskottchen «Liechti» über das Energiesparen.

«Das Label bietet die ideale Grundlage für eine kontinuierliche, zielgerichtete und effiziente Energiepolitik», sagt Stadtpräsident Mathias Müller. Zudem gebe das Label den Bürgern die Gewissheit, dass die Behörden sich langfristig für Energieeffizienz und erneuerbare Energie einsetzen. Für Mathias Müller ist klar: «Das Energiestadt-Label ist ein Muss».

364 Energiestädte

Gleichzeitig mit Lichtensteig haben Dagmersellen LU, Monte Carasso TI und Wollerau SZ das Energiestadt- Label erhalten. Sie alle haben den Katalog von 79 energiepolitischen Massnahmen zu mindestens 50 Prozent umgesetzt oder beschlossen. Die Massnahmen betreffen die sechs Bereiche Entwicklungsplanung und Raumordnung, kommunale Gebäude und Anlagen, Versorgung und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation sowie Kommunikation und Kooperation.

13 weitere Gemeinden haben im März 2015 die Zertifizierung als Energiestadt erneut bestanden. Damit sind nun 364 Gemeinden in der Schweiz Energiestadt, 32 davon sogar Energiestadt GOLD. Die GOLD- Städte haben mindestens 75 Prozent der Massnahmen beschlossen oder umgesetzt.

Neues 2000-Watt-Areal in Zürich

Die Siedlung Sihlbogen in Zürich, die zurzeit gebaut wird, ist als achtes 2000-Watt-Areal der Schweiz zertifiziert worden. Schon früh in der Planungsphase hat die Baugenossenschaft Zurlinden die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft berücksichtigt. Die Siedlung deckt den Wärmebedarf mit Pellets, Wärmepumpe und Biogas und produziert Solarstrom. Sie liegt unmittelbar neben der S-Bahn-Station Zürich-Leimbach; das Jahresabo für den ÖV ist in der Miete inbegriffen.

Für die Zertifizierung der Energiestädte und der 2000-Watt-Areale ist der Trägerverein Energiestadt verantwortlich. Ihm gehörten im März 2015 644 Gemeinden an. Energiestadt ist ein wesentlicher Teil von EnergieSchweiz für Gemeinden». Dieses Programm des Bundesamts für Energie unterstützt die Gemeinden und Städte darin, Energie effizienter zu verwenden und erneuerbare Energien zu fördern.

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