Stilles_Mineralwasser

Nachhaltig einkaufen, aber wie?

  • Sophie Ryser
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Das Mineralwasser in der Glas- oder der PET-Flasche? Den Eistee besser im Karton oder in der Plastikflasche? Bedeutet Bio gleichzeitig auch, dass wenig Energie bei der Produktion verbraucht wurde? Und was ist eigentlich mit Fair Trade? Mit solchen Fragen ist jeder fast täglich konfrontiert, welcher möglichst umweltverträglich einkaufen möchte. In der Schweiz gibt es dutzende Labels für Lebensmittel und Getränke, und jeder Supermarkt hat noch einmal seine eigenen. Wie es schlussendlich aber mit der Ökobilanz eines Produkts aussieht, ist leider fast nie ersichtlich.

Gerade im Bereich der Getränke-Verpackungen gibt es aber Studien, welche die umweltfreundlichsten Varianten aufzeigen. Dabei wurden Einweg PET- und Glasflaschen sowie Kartons verglichen. Es wurden die CO2-Produktion und der Verbrauch an fossilen Rohstoffen berechnet, sowie die Menge der eingesetzten Primärenergie und die Naturraumbeanspruchung. Berücksichtigt wurden die Gewinnung und Verarbeitung der Verpackungsrohstoffe, die Verpackungsherstellung, der Transport, der Verpackungsprozess der Lebensmittel, die Distribution bis zum Handel und das Recycling oder die Entsorgung der gebrauchten Verpackung.

Ein Vorteil zeigte sich für die Karton-Verpackung, also zum Beispiel in Form von Tetra-Packs, wie das Branchenmagazin Packaktuell berichtet. Im Vergleich zu PET sparen diese Verpackungen je nach Grösse bis zu 64 Prozent CO2-Emissionen und 75 Prozent fossile Rohstoffe. Im Vergleich zu Einweg Glasflaschen sparen die Kartons sogar bis zu 80 Prozent CO2-Emissionen und 77 Prozent fossile Rohstoffe. Dies liegt hauptsächlich daran, dass Karton zum grössten Teil aus nachwachsenden Rohstoffen, also Holz hergestellt wird.

Solche Informationen über den ökologischen Fussabdruck sollten für den Kunden direkt auf dem Produkt ersichtlich sein, damit jeder, der dies möchte, sich für die beste Variante entscheiden kann. Dies könnte sogar bald der Fall sein. Die landwirtschaftliche Forschungsanstalt des Bundes, Agroscope, hat ein Projekt lanciert, bei welchem eine Datenbank erschaffen werden soll, welche die Ökobilanz von Lebensmitteln und ihren Verpackungen erfasst. Jedoch ist noch nicht klar, wie und ob die Informationen schlussendlich auch auf den Verpackungen sichtbar sein werden. Ein weiterer Punkt ist auch, dass mit so einem neuen Siegel zwar die Ökobilanz ersichtlich ist, aber nicht, ob das Produkt zum Beispiel auch fair gehandelt wurde.

Bis dahin gelten also die gleichen Empfehlungen wie schon zuvor: Möglichst regional und saisonal einkaufen und unnötige Verpackungen vermeiden!

Bild: W.J.Pilsak aus der deutschsprachigen Wikipedia [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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