Müll im Meer

  • Stefanie Pfefferli
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Über eine Million Seevögel und über 100.000 Meeressäuger sterben jährlichweltweit an den tödlichen Folgen von Plastikmüll. Hauptverursacher ist regional gesehen die Seeschifffahrt. Beobachtungen aus dem Flugzeug zeigen die Müllmengen auf Wasseroberfläche entlang der Hauptschifffahrtsrouten in der südlichen Nordsee. Ein klares Zeichen dafür, dass noch immer zu viel Müll von den Schiffen im Meer landet.

Illegal gelangen Tonnen von Plastikmüll ins Meer

Zur Verhinderung der Einträge von schädlichen Abfällen ins Meer, gibt es eigentlich das MARPOL-Abkommen der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation und EU-Richtlinien. Doch der gewünschte Erfolg blieb bisher aus. Denn es gibt immer noch Ausnahmen für andere Müllsorten wie zum Beispiel für Lebensmittelresten die legal entsorgt werden dürfen. Diese Ausnahmen machen Kontrollen auf der See sehr schwierig, denn oft wird mit den Lebensmittel auch Plastik über Bord geworfen.

Kernproblem sind die uneinheitlichen Gebühren

Ein Grund für die illegale Müllentsorgung auf See liegt bei den uneinheitlichen Entsorgungskosten von Schiffsabfällen in den Häfen. Zwar geben die Richtlinien einen groben Entsorgungsrahmen vor, aber vage Vorgaben und Formulierungen führen zu einer sehr heterogenen Praxis.
Eine aktuelle Studie des NABU untersuchte die Umsetzung der Richtlinien in Deutschland und analysierte Unterschiede und Schwächen im Abfallmanagement von sieben deutschen Seehäfen. Das Kernproblem liegt in der unterschiedlichen Gebührenordnung oder unzureichenden Abfallbewirtschaftungsplänen. Als Konsequenz seiner Studie fordert der NABU eine Ergänzung der Richtlinie einheitliche Entsorgungsgebühren, eine dynamische Weiterentwicklung effektiver Abfallbewirtschaftungspläne und eine Überarbeitung der Hafenlogistik.

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Bild: Stefanie Pfefferli

 

 

 

 

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