Mühleberg abgeschaltet

  • Dominique Haiden
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akw MuehlebergWie die BKW FMB Energie AG am 29.06. 2011 mitteilte wird das AKW Mühleberg am 30.06. 2011 vorübergehend abgeschaltet, weil es den vom ENSI geforderten Nachweis für die Bewältigung eines 10’000 jährlichen Hochwassers nicht erbringen kann. Die BKW plant allerdings das AKW, welches auch noch andere erhebliche Mängel aufweist, nach der Umsetzung von Massnahmen zur Behebung des Hochwasser-Problems und nach der ordentlichen Jahresrevision im September wieder anzufahren. Der WWF kritisiert, dass alle Probleme gelöst werden müssen bevor Mühleberg allenfalls wieder ans Netz gehen kann. Die Grünen setzten sich dafür ein, dass das Risiko-AKW abgeschaltet bleibt.

Neue Erkenntnisse im Bereich der auf Extremsituationen ausgelegten Hochwasserszenarien haben ergeben, dass in bestimmten Situationen eine Verstopfung des Einlaufbauwerks des SUSAN-Notstandsgebäudes des AKW-Mühlebergs durch das in der Aare erwartete Geschiebe nicht ausgeschlossen werden kann. Die BKW hat deshalb entschieden, Massnahmen einzuleiten und umzusetzen. Im Zentrum steht dabei die Gewährleistung einer verstopfungssicheren Wasserversorgung des SUSAN nach Eintreten eines Extremereignisses. Zudem wird die Verbesserung der Hochwassersicherheit des bestehenden Pumpenhauses realisiert. Um diese Massnahmen bis zum planmässigen Anfahren des KKM nach der bevorstehenden ordentlichen Jahresrevision verwirklichen zu können, wird die Anlage bereits am 30. Juni vom Netz genommen.

Der WWF Schweiz schreibt in seiner Reaktion auf die Mitteilung der BKW, dass Mühleberg erst wieder ans Netz soll, wenn sämtliche vom ENSI in den letzten Jahren festgehaltenen Mängel behoben und Verbesserungswünsche ausgeführt sind. Die BKW stürze sich nun auf die Kühlwasser-Entnahme, die nur eines in einer ganzen Reihe von Problemen ist. Auch die Risse im Kernmantel und alle weiteren Probleme müssen so gelöst werden, dass auch unabhängige Experten das als sicher erachten.

Die Grünen begrüssen den Entscheid der BKW, das AKW für dringende Sicherheitsnachbesserungen abzuschalten. Das AKW Mühleberg ist das gefährlichste AKW der Schweiz. Die Mängelliste des Eidg. Nuklearsicherheitsinspektorates (ENSI) für Mühleberg ist erschreckend. Die Grünen fordern seit langem seine sofortige Abschaltung. Da die Abschaltung aber nur vorübergehend ist, und nur die Probleme bei der Kühlwasserentnahme angegangen werden, während weitere Gefahrenherde unberücksichtigt bleiben, verlangen die Grünen, dass das Atomkraftwerk aus Sicherheitsgründen definitiv stillgelegt wird. Der Berner Regierungsrat wird aufgefordert, alles daran zu setzen, dass das AKW Mühleberg nach den Revisionsarbeiten vom Netz genommen und nicht wieder angeschlossen wird. Anstatt hunderte Millionen Franken in die Nachrüstung zu verbuttern, soll das Geld in erneuerbare Energien und Energieeffizienz investiert werden.

Weitere Informationen (BKW FMB Energie AG)

WWF Schweiz

Grüne Partei der Schweiz

Bild: BKW FMB Energie AG (Wikimedia Commons)

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