Ständerat ändert Motion Kormoran

  • Nora Zoller
  • 2

kormoranDer Ständerat hat eine Motion des Nationalrates bezüglich Kormoran abgeändert. In der Motion wurde gefordert, Berufsfischer für Kormoranschäden an ihren Netzen zu entschädigen, die Schonzeit der Kormorane zu verkürzen und die bestehenden Kormoranbestände zu regulieren. Wie vom Nationalrat bereits beschlossen, hat nun auch der Ständerat entschieden, die Schonzeit des Kormorans um einen Monat zu verkürzen. Zudem sollen Abschüsse an den Netzen der Berufsfischer erleichtert werden. Allfällige Schäden von Kormoranen an den Netzen der Berufsfischer sollen aber nicht entschädigt werden. Stattdessen werden mögliche Massnahmen zur Regulierung des Kormoranbestands geprüft.

Obwohl alle Brutkolonien des Kormorans an Seen liegen, sind laut einer BAFU-Statistik die Fischerträge sowohl der Berufs- wie auch der Anglerfischer an den Seen in den letzten Jahren nicht etwa zurückgegangen, sondern gestiegen. Es geht demnach bei dieser Motion eher darum, Schäden an den Netzen der Berufsfischer zu vermindern. Diese Schäden können allerdings zu den normalen Berufsrisiken gezählt werden, so die Meinung des Ständerates. Eine neue Studie der ZHAW zeigt ausserdem, dass die Schäden nicht allein dem Kormoran, sondern beispielsweise auch Raubfischen angelastet werden sollten.

Der Forderung nach einer Maximalzahl von Kormoran-Brutpaaren in der Schweiz wurde nicht nachgekommen, da dies dem eidgenössischen Jagdgesetz widersprechen würde. Einheimische Arten – und dazu gehört der Kormoran unzweifelhaft – sollen sich grundsätzlich frei entwickeln können. Maximale Bestandsobergrenzen für die Schweiz gibt es für keine der rund 40’000 Tierarten unseres Landes.

Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz

2 Kommentare

  • walter

    Für Michael
    Wills du lieber noch mehr Import?
    Mehr Arbeitslose,Umweltverschmutzung durch Transport,Ueberfischen anderswo.Es geht um eine Regelung
    und nicht Ausrottung.Auch wen es eine kleine Menge ist die auf den Tisch kommt.Die Probleme müssen bei
    uns geregelt werden.Es ist leicht eine Heile Welt bei uns vorzugaukeln und anderswo Probleme schaffen.

    Antworten
  • Michael

    Man könnte meinen, die Schweiz würde vom Fischfang abhängen. Warum ist eine intakte natürliche Fauna nicht mehr wert, als ein paar Fische mehr im Netz? Erwiesenermassen gibt es weniger Fische als in den Siebzigern, weil die Kläranlagen die Nährstoffe so gut rausfiltern. Und nicht wegen den Kormoranen. Wenn jetzt wegen den paar Kormoranen schon so eine Einigkeit in der Bekämpfung (mit dem Ausdruck „Regulation“ getarnt) herrscht, was passiert dann erst, wenn der Otter und der Fischadler einmal zurück kommen? Oder sich gar ein Seeadler wieder mal blicken lässt? Ich hoffe sehr, die Naturschutzverbände lassen sich von der Fischerlobby nicht einseifen und wehren sich endlich mit allen Mitteln. Die Gesellschaft steht an einem Scheideweg wie viel Wildnis zurück kommen darf. Die Naturfreunde müssen sich selber und dann den anderen klar machen, dass sehr viel möglich ist. Das Ziel muss eine friedliche Koexistenz mit hohen Populationen und vielen Arten von Wildtieren sein. Nur so lernen die Menschen die Natur und ihre Zusammenhänge wieder lieben und respektieren. Nur so können wir wieder gesunden.

    Antworten

Beitrag kommentieren