Die geplante Erhöhung der Grimselstaumauer bedroht geschützte Moorlandschaften.  | © Alessandro Scotti [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Die geplante Erhöhung der Grimselstaumauer bedroht geschützte Moorlandschaften. | © Alessandro Scotti [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Moorlandschaftsschutz wird mit Füssen getreten

  • Mélanie Guillebeau
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Das Bundesgericht entschied heute, dass der verfassungsmässige Moorlandschaftsschutz der geplanten Erhöhung der Grimsel-Staumauer nicht entgegensteht.

Moore und Moorlandschaften wie an der Grimsel sind seit der Rothenthurm-Volksabstimmung im Jahr 1987 durch die Verfassung geschützt; weil sie für Artenvielfalt und Landschaftsbild besonders wertvoll sind, und weil nur noch Reste der ursprünglich vorhandenen Schweizer Moore bestehen.

Mit der geplanten Erhöhung der Grimsel-Staumauer um 23 Meter sind solche geschützten Moorbiotope und eine Moorlandschaft von nationaler Bedeutung betroffen. Im Dezember 2015 hat das Berner Verwaltungsgericht die Staumauererhöhung für nicht rechtens befunden und damit den Schutz der Moorlandschaften bestätigt (naturschutz.ch berichtete). Darauhin wurde der Entscheid an das Bundesgericht weitergezogen.

Heute entschied das Bundesgericht überraschenderweise, dass der verfassungsmässige Moorschutz der geplanten Staumauererhöhung an der Grimsel nicht im Weg steht. Die Umweltverbände, unter anderen Pro Natura und der WWF Schweiz, sind erstaunt über dieses Urteil. Der Fall geht nun zur erneuten Prüfung zurück ans Berner Verwaltungsgericht. Dieses wird die Beschwerdepunkte der Umweltorganisationen zu beurteilen haben, welche das Bundesgericht nicht prüfen musste.

Gemeinsame Medienmitteilung der Umweltverbände Pro Natura, WWF Schweiz, SES Energiestiftung, Greenpeace, aqua viva, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und Schweizerische Greina-Stiftung.

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