© Rama (Own work) [CC-BY-SA-2.0-fr], via Wikimedia Commons
© Rama (Own work) [CC-BY-SA-2.0-fr], via Wikimedia Commons

Tierversuche verfälschen Risikobewertung

  • Eliane Küpfer
  • -

Weil Tierversuche zu falschen Annahmen führen, wurden die  Risi- ken von Asbest jahrzehntelang nicht erkannt, schreibt die Aktionsge- meinschaft Schweizer Tierversuchsgegner (AG STG) zum Ausgang des italienischen „Asbest-Prozesses“. Der Schweizer Stephan Schmidheiny wird verurteilt für den Tod von gegen 3000 Arbeitern und Anwohnern der Eternit-Werke mitverantwortlich zu sein.

Europaweit trat ein Asbest-Verbot erst 2005 in Kraft.
 Hingegen wurden die ersten Berichte über mögliche Zusammenhänge zwischen Asbest und Lungenkrebs bereits in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts veröffentlicht. Diese Berichte beruhten auf Untersuch- ungen an Menschen die an Asbestose gestorben waren. Doch weil der Zusammenhang zwischen Asbest und Krebs in Tierver- suchen nicht aufgezeigt werden konnte, dauerte es fast 50 Jahre bis die Gefährlichkeit von Asbest anerkannt wurde und die Gesetzgeber handelten. Es ist kaum abzuschätzen wie viele Tausend Menschen an den Folgen des „Asbest-Irrtums infolge von Tierversuchen“ starben, schreibt die AG STG weiter.

„Würde man Beobachtungen und Studien aus der täglichen Praxis Glauben schenken – eine Forderung die absolut logisch ist – wäre Asbest schon Jahrzehnte früher verboten worden.“ kritisiert Andreas Item, der Geschäftsführer der AG STG. In aktuelleren Studien wurde aufgezeigt, dass Menschen auf Asbest 300mal empfindlicher reagieren als Ratten
Dieses Beispiel zeigt einmal mehr wie absurd es ist, aus Tierversuchen Rückschlüsse auf Menschen zu ziehen.

Die Zuverlässigkeit und Sicherheit von Tierversuchen wird generell immer stärker hinterfragt. In einer aktuellen Untersuchung zeigt die AG STG auf, dass in der Schweiz sehr viele Medikamente, die im Tierversuch erfolgreich waren, nach der Einführung wieder vom Markt genommen oder mit verschärften Zulassungsbeschränkungen versehen werden mussten. Alleine in den Jahren 2011 und 2012 waren über 20 Medikamente betroffen.

Bild: Rama [CC-BY-SA-2.0-fr], via Wikimedia Commons

Weitere Informationen

Beitrag kommentieren