Asiatischer Laubholzbockkäfer | © Kyle T. Ramirez  [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
Asiatischer Laubholzbockkäfer | © Kyle T. Ramirez [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Mit Spürhunden auf Käferpirsch        

  • Judith Schärer
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Vor kurzem wurde in Berikon AG ein Exemplar des Asiatischen Laubholzbockkäfers gefunden. Dieser Käfer gilt als gefährlicher Schädling, welcher vor allem Laubbäume und Sträucher befällt. Zur Eindämmung wurden sofort Massnahmen ergriffen – unter anderem eine Suchaktion mit Spürhunden.

Natürliche Feinde hat der eingewanderte Käfer bei uns keine und er ist nicht besonders wählerisch, was für ihn optimale Voraussetzungen sind, um sich auszubreiten. Für den Menschen ist das Insekt ungefährlich,  der wirtschaftliche Schaden, den der Käfer anrichten kann, ist jedoch enorm. Nach einem Befall können ganze Äste oder Teile von Baumkronen abbrechen, die eigentlich gesund sind. Man befürchtet flächendeckende Schäden in Laubwäldern, wo Notfällungen höchstens limitiert möglich wären. Deshalb unterstützt nun auch der Kanton Aargau die Gemeinde Berikon bei der Suche nach weiteren Käfern, wie lokale Medien berichten. Eine aufwändige Aktion, für die sogar speziell ausgebildete Spürhunde eingesetzt werden. Im Umkreis von 200 Metern vom Fundort wurde alles minutiös abgesucht, auch alle privaten Gärten. Zudem wurden alle potenziellen Hauptwirtspflanzen – Ahorne, Weiden, Platanen – im Gebiet rund um die Fundstelle kontrolliert und kartiert. Ausserdem wurden Nachforschungen angestellt bezüglich befallenen Paletten auf Baustellen in der Umgebung des Fundorts.

Am wohlsten ist es dem Laubholzbockkäfer auf Laubbäumen und Sträuchern. Er lässt sich aber auch im Wald und auf Obstplantagen nieder. Die Larven leben zwei bis drei Jahre im Holz, bevor sie sich verpuppen und dann ausfliegen, um sich erneut fortzupflanzen. Importiert wird dieser Käfer mit Verpackungsholz, meist minderwertige Paletten aus China. 2012 gab es bereits in Winterthur einen gröberen Befall, nach Käferfunden auf dem Sulzer-Areal waren dort fast 300 Bäume gefällt und vernichtet worden. Auch in Marly wurden Exemplare des Käfers gefunden und nun ebenfalls im Kanton Aargau. Landesweit steht die Bilanz seit 2011 bisher bei insgesamt rund 160 lebenden Käfern, zehn toten sowie zahlreichen Larven.

Hier finden Sie detailliertere Angaben des BAFU zum Asiatischen Laubholzbockkäfer >>

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