© Dirk Vorderstraße,  [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
© Dirk Vorderstraße, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Mit „Ernährungssicherheit“ droht intensivere Landwirtschaft

  • Amanda Buol
  • -

Der Nationalrat sagte Ja zur Volksinitiative „für Ernährungssicherheit“. Dies trotz gegenteiliger Empfehlungen von Kommission und Bundesrat.

Nach einer riesigen Debatte hat der Nationalrat knapp der Volksinitiative „für Ernährungssicherheit“ zugestimmt. Dies, obwohl der Bundesrat und die vorberatene Kommission ein Nein empfahlen. Die Begründung für ein Nein sind die gesetzlichen Voraussetzungen, die bereits geschaffen sind und die Initiative daher unnötig ist.

Um was geht es in der Initiative des Schweizerischen Bauernverbands? Sie verlangt vom Bund, dass er die „Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln aus vielfältiger und nachhaltiger einheimischer Produktion» stärkt. Die Schweiz solle sich auf Entwicklungen, Knappheit von Wasser und Nahrungsmittel vorbereiten. Die Versorgung der zukünftigen Generationen müsse sichergestellt sein. Dabei sei die Ernährungssicherheit in der Schweiz noch nie so hoch wie heute und auch die Produktion sei auf Rekordniveau, so Pro Natura und WWF Schweiz.

Pro Natura sieht diesen Entscheid als Gefahr für den kontinuierlichen Reformprozess in der Schweizer Landwirtschaft. Es drohe eine weitere Intensivierung der Produktion in der Schweiz, welcher der Umwelt und den fortschrittlichen Landwirten schade.

Die Initianten belegen mit ihren Aussagen zudem immer wieder, dass es ihnen um eine weitere Steigerung der Inlandproduktion gehe, so Pro Natura. Die Landwirtschaft in der Schweiz sei aber bereits zu intensiv, was sich in pestizidbelasteten Gewässern, ausgeräumten Landstrichen und einer stark reduzierten Biodiversität im Kulturland zeige, sagt Marcel Liner, Pro Natura Landwirtschaftsexperte.

Bio Suisse ist der Meinung, dass die Verfassungsdiskussion die mühsam erkämpften Kompromisse der Agrarpolitik 2014-17 und den Kulturlandschutz infrage stellt. Ausserdem schaffe sie dadurch neue Unsicherheiten für die Bauern, die sich auf die neue Agrarpolitik eingestellt haben.

Nun ist die Initiative beim Ständerat.

Beitrag kommentieren