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Mineralwasser aus umweltschädlichem Abgas

  • Judith Schärer
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Eine Schweizer Firma gewinnt mit einer revolutionären Technologie CO₂ aus umweltschädlichen Verbrennungsprozessen. Das recycelte Gas hat Lebensmittelqualität und wird zum Beispiel als Kohlensäure in Mineralwasser verwendet.

„Wir können heute mehr als 90 Prozent des im Rauchgas befindlichen CO₂ zurück gewinnen“, sagt Dr. Hans Michael Kellner, Geschäftsführer der Messer Schweiz AG. „Die sehr hohe Effektivität des CO₂-Recyclings bei einem 30 – 50 Prozent geringeren Energieeinsatz gegenüber bisherigen Anlagen ist ein technologischer Meilenstein. Der Rest des Rauchgases – hauptsächlich Wasserdampf, Stickstoff und Sauerstoff – geht zurück in die Atmosphäre.“ Die Qualität des absorbierten CO₂ entspricht in seiner Reinheit der berühmten CocaCola-Spezifikation, der höchsten Anforderung an die Reinheit von CO₂.

Die Anwendungsbereiche für das CO₂-Recycling sind gross. Überall, wo Öl, Erdgas, Holz oder Müll verbrannt wird, entsteht das für die Umwelt schädliche Gas. In der Schweiz kommt die Technologie typischerweise in der Lebensmittelindustrie (von der lokalen Käserei bis zu Konzernen), bei grossen Getränkeabfüllanlagen sowie bei Unternehmen, die sich in abgelegenen Regionen (z.B. Berggebiete) befinden, zum Einsatz. Hinzu kommen Unternehmen, bei denen eine Versorgungsunterbrechung durch die üblichen Sommerengpässe auf dem CO₂-Markt kritisch ist.

Die positiven Effekte der Technologie: Aus einem betrieblichen Verbrennungsprozess tritt kein CO₂ mehr in die Atmosphäre aus und dank CO₂-Recycling muss das benötigte Gas nicht energieaufwändig produziert werden. In Zukunft könnten dank modernster CO₂-Rauchgas-Rückgewinnungstechnologien täglich Millionen Tonnen des Klimakillers wieder verwendet werden, anstatt diese in die Atmosphäre auszustossen.

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