Erdmandelgras (Cyperus esculentus) | © Blahedo [CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons
Erdmandelgras (Cyperus esculentus) | © Blahedo [CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons

Meldepflicht bei Neophyten – auch für Landwirte

  • Judith Schärer
  • 1

Gebietsfremde Pflanzen und ihre Verbreitung sind auch in der Landwirtschaft immer öfters ein Thema – und auch ein Problem. Am Beispiel des Erdmandelgrases wird ersichtlich, dass die Ausbreitung von Neophyten klar und frühzeitig  kontrolliert werden muss.

Spätestens ab 2016 werden Landwirte verpflichtet, bei einem Befall mit Erdmandelgras eine Meldung zu erstatten, so die Schweizerische Fachstelle für Zuckerrübenbau. Falls mit Erdmandelgras befallene Parzellen gerodet werden sollten, darf dies erst ganz am Schluss der Erntekampagne erfolgen oder dann muss zwingend sichergestellt sein, dass die Maschinen nach der Ernte und dem Verlad sauber gewaschen werden können. So soll ein Verschleppen der invasiven Pflanze möglichst verhindert werden.

Durch seine hohe Wuchsdichte übt das Erdmandelgras auf viele Kulturarten einen grossen Konkurrenzdruck aus. Aufgrund seiner hohen Lichtbedürftigkeit breitet es sich in Kulturen mit einer anfänglich lockeren Bestandesstruktur wie Hackfrüchten und verschiedenen Gemüsearten besonders rasch aus. Das Erdmandelgras kann so schwerwiegende Ernteausfälle verursachen und die Verschleppung von Feld zu Feld muss deshalb in jedem Fall verhindert werden.

Wissenwertes zum Erdmandelgras

Das Erdmandelgras tritt auf allen Kontinenten vorwiegend in wärmeren Gebieten auf. Inzwischen hat es sich auch in Regionen mit kühleren Klimabedingungen ausgebreitet. Neben Feuchtgebieten und wechselnassen Standorten entlang von Flussläufen besiedelt das Erdmandelgras zunehmend auch landwirtschaftliche Kulturen und Gärten. In den Tropen und Subtropen wird es zur Gewinnung seiner Wurzelknöllchen (Mandeln) angebaut. Diese sind als Gemüse (chufa) verwendbar und werden in Spanien auch zu einem Getränk (Horchata de chufa) verarbeitet.

In Europa ist das Erdmandelgras traditionell im Mittelmeerraum heimisch und bereits seit längerer Zeit südlich der Alpen an verschiedenen Standorten anzutreffen. In den Siebzigerjahren hat es sich in den Niederlanden, Belgien und Frankreich zum Problemunkraut entwickelt. Es wird davon ausgegangen, dass bei der Verschleppung in weitere Regionen die Verbreitung mit Blumenzwiebeln eine grosse Rolle gespielt hat. Nicht zu unterschätzen ist die Gefahr der Weiterverbreitung mit Erdmaterial, Ernterückständen sowie landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen. In der Schweiz ist das Erdmandelgras schon seit längerer Zeit im Tessin anzutreffen. Seit Anfang der Neunzigerjahre tritt es auch in den Kantonen Zürich und Bern sowie im St. Galler Rheintal auf. Wie eine aktuelle Umfrage bei den kantonalen Fachstellen für Pflanzenschutz zeigt, sind gegenwärtig in den meisten Kantonen Befallsherde bekannt.

1 Kommentar


Beitrag kommentieren