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Mehrheit der EU will keinen Gentech-Mais

  • Judith Schärer
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Über die Hälfte der EU-Mitgliedstaaten haben Hersteller von Gentechnik-Pflanzen vorsorglich aufgefordert, auf deren Anbau auf ihren Äckern zu verzichten. Bis Anfang Oktober konnten sie signalisieren, dass sie die transgenen Pflanzen, die gerade den Zulassungsprozess durchlaufen, nicht akzeptieren wollen.

Mit Deutschland, Frankreich, Italien, Bulgarien, Dänemark, Griechenland, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Slowenien, Ungarn, Zypern haben nun 17 Mitgliedstaaten die sogenannte Phase 1 des Opt-Out-Mechanismus gestartet, wie „keine-gentechnik.de“ berichtet. Das heißt: sie schickten Aufforderungen zur freiwilligen Selbstbeschränkung an die EU-Kommission, die diese an die Gentech-Konzerne Syngenta, Monsanto, Dow und Dupont weiterleitete. Diese müssen nun entscheiden, ob sie auf die Anbaugenehmigung in diesen Ländern verzichten wollen. Laut Brüssel haben bislang nur Griechenland und Lettland eine positive Rückmeldung der Hersteller erhalten.

Syngenta macht einen Rückzieher

Wie die EU-Kommission auf einer eigens eingerichteten Website mitteilte, besteht bei zwei Gentechnik-Maispflanzen kein Einigungsbedarf mehr: Der Schweizer Agrarkonzern Syngenta habe die Anträge auf eine Anbaugenehmigung für seine insektengift-produzierenden Sorten MIR 604 und BT11xMIR604xGA21 (das ist eine Kreuzung aus drei Gentechnik-Maisarten, die zusätzlich resistent gegen die Spritzmittel Glyphosat und das in der EU mittlerweile verbotene Glufosinat ist) zurückgezogen.

Damit befinden sich derzeit noch sechs Gentechnik-Pflanzen im Zulassungsverfahren für den Anbau in der EU – dabei handelt es sich ausschließlich um Maispflanzen.

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