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Mehr „zertifiziertes“ Palmöl

  • Daniela Cervenka
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Palmöl steckt in Seife, Kosmetika und Waschmitteln, aber auch in Schokoladen, Eiscreme und Margarine. Vielen mag dies gar nicht bewusst sein, denn in Lebensmitteln wird es als pflanzliches Fett/Öl aufgeführt und in Kosmetika versteckt sich Palmöl unter den verschiedensten Inhaltsstoffen. Die Nachfrage nach Palmöl steigt stark an, was gravierende Folgen hat. Denn für die Palmöl Produktion wird massiv Regenwald gerodet.

Palmöl-Rating nach RSPO Kriterien
Der WWF hat mehrere Firmen einem Palmöl-Rating unterzogen um der Frage nachzugehen, wie sich der Markt für nachhaltiges Palmöl entwickelt, nach den Kriterien des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO). Der RSPO wurde im Jahr 2004 vom WWF initiiert, mit dem Ziel umwelt- und sozialverträgliches Palmöl zu fördern.

Die Resultate des Ratings sind erfreulich. 60 Prozent der befragten Unternehmen nutzen RSPO-zertifiziertes Palmöl. An der Spitze der Rangliste sind unter anderem Coop und Migros. Sie beziehen einen hohen Prozentsatz ihres Verbrauches als zertifiziertes Palmöl, machen transparente Angaben über Mengen, Selbstverpflichtungen und Qualität ihrer Lieferketten und sind RSPO-Mitglied. Andere Firmen wie Valora Holding AG haben sich erst gar nicht geäussert.

„Die Situation in der Schweiz sieht zwar auf den ersten Blick erfreulich aus“, sagt WWF-Expertin Katrin Oswald. „Aber noch immer ist der Anteil jener Firmen zu hoch, welche Palmöl-Zertifikate dem physisch zertifizierten Palmöl vorziehen.“ Der Handel mit Zertifikaten bedeutet, dass im Endprodukt kein physisch zertifiziertes Palmöl enthalten ist, sondern dass dieses irgendwo auf der Welt in anderen Produkten landet. Deshalb ist der Weg via Zertifikat nach Ansicht des WWF nur der zweitbeste. Ziel muss sein, dass alle Firmen bis spätestens 2015 zu 100 Prozent auf physisch zertifiziertes Palmöl umstellen.

RSPO in der Kritik
Viele Umweltschutzorganisationen kritisieren die RSPO Kriterien. Die Kriterien seien nur Minimalstandards und schützen den Regenwald nicht vor Abholzung. Es sei häufig der Fall, dass gewisse Firmen anhand einer Vorzeigeplantage zertifiziert werden, während sie auf anderen Plantagen gegen die RSPO-Kriterien verstossen. Der WWF unterstützt zwar den RSPO, ist jedoch nicht mit allen Kriterien einverstanden und betont, dass sie an der Verschärfung der Kriterien arbeiten.

Informationen über Palmöl (Greenpeace)

Runder Tisch Palmöl (WWF Schweiz)

Bild: By oneVillage Initiative [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

2 Kommentare

  • Baptiste Kohler

    Ich weiss zwar nicht ob das in der ganzen EU so ist, aber mir ist diesen Sommer in Frankreich aufgefallen das Produkte mit Palmöl gekennzeichnet sind. Aber in der Schweiz ist das natürlich wieder nicht möglich…

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  • Andreas Diethelm

    Physisch zertifiziertes oder zertifiziert gerhandeltes Palmöl: Nachhaltig sind einzig die Gewinne.
    Der Bundesrat hat die Forderung nach einer zwingenden Deklaration von Palmöl 2010 wegen Unvereinbarkeit mit dem Bundesgesetz über technische Handelshemmnisse (s. insbes. Art. 4 und 16a THG; SR 946.51) abgelehnt.
    Und so müssen wir uns mit der Labelwirtschaft herumschlagen:
    Bio Natur Plus. Olé!
    Und trotzdem handeln:
    Schokoriegel: ade
    Margarine: dieses Industrieabfallprodukt gehört eh nicht in die Küche.
    Müsli: selber mischen, billiger, gesünder, besser.
    Fertigsuppe: s.o.
    Currypaste: selber machen
    Eis, Biskuits: auf freiwillige Deklaration vertrauen :(
    Seife, Shampoo, Lippenstift, Waschmittel: s.o.
    Kerzen: Wachs-
    (ohne Gewähr und Vollständigkeit)

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