© ponte1112 [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Mehr Güter auf Schienen durch die Alpen

  • Roman Vonwil
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Die Schiene hat ihren Marktanteil bei Gütertransporten durch die Alpen auch im ersten Halbjahr 2014 steigern können. Dafür ging die Zahl der alpenquerenden Lastwagen – anders als am Brenner und am Mont Blanc – zurück. Das ist gut für die Menschen entlang der Transitkorridore, gut für die Umwelt und gut für die Bahn. Die Alpen-Initiative ist deshalb erfreut über die jüngsten Zahlen zum alpenquerenden Güterverkehr.

Der alpenquerende Schienenverkehr verzeichnete in der ersten Hälfte des Jahres 2014 ein starkes Wachstum und kommt nun auf einen Anteil von 67,5% am gesamten Güterverkehr durch die Alpen, wie das Bundesamt für Verkehr mitteilt. Im Strassengüterverkehr gingen dagegen sowohl die Zahl der Lastwagen wie auch das Transportaufkommen zurück.

Die Alpen-Initiative zeigt sich erfreut über diese Zahlen. Dieser Trend zeige, dass die Verlagerung der Gütertransporte von der Strasse auf die Schiene möglich ist. 2016 werde der Gotthard-Basistunnel eröffnet und voraussichtlich 2020 der 4-Meter-Korridor in Betrieb gehen. Damit werden zusätzliche Kapazitäten für die Bahntransporte durch die Schweiz geschaffen. „Das ist eine historische Chance für die Schweiz, die Verlagerung weiter voranzutreiben und den Verfassungsauftrag zu erfüllen“, sagt Alf Arnold, Geschäftsführer der Alpen-Initiative. Diese Chance darf nicht zerstört werden, indem die Kapazität der Transitstrassen durch die Alpen ausgebaut wird, was laut Verfassung ohnehin verboten ist. Eine zweite Strassenröhre am Gotthard aber würde genau dies bewirken: Rückverlagerung der Gütertransporte auf die Strasse, mehr Lastwagen, weniger Lebensqualität entlang der Transitkorridore, grössere Gefahr für schwerwiegende Unfälle, zusätzliche Schädigung der ökologisch hoch sensiblen Berggebiete, Entwertung der Gelder, die in die NEAT investiert worden sind. Das Schweizer Stimmvolk hatte 1992 der NEAT zugestimmt, weil es die Güter auf der Schiene durch die Alpen transportiert sehen will.

Die Alpen-Initiative fordert deshalb Bundesrat und Parlament auf, die Verlagerung weiter voranzutreiben und die in Verfassung und Gesetz fixierten Ziele zu respektieren. Zwei Massnahmen bieten sich besonders an: Erhöhung der LSVA auf den Maximalsatz, Einführung einer Alpentransitbörse. Vor allem letztere kann garantieren, dass die Verlagerung gelingt und die Zahl der alpenquerenden Lastwagen weiter abnimmt. Diese politische Strategie darf nicht geändert werden. Warnung genug sollte sein, dass in Frankreich und Österreich im gleichen Zeitraum die Zahl der alpenquerenden Lastwagenfahrten in den vergangenen Monaten zugenommen hat!

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