Fischschwarm, Fische, Meer

Mehr Geld, Meer Schutz

  • Nora Kieselbach
  • -

An der am Montag gestarteten UN-Konferenz zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Hyderabad müssen die Staaten endlich Nägel mit Köpfen zur Finanzierung machen, fordert der WWF. Die Naturschutzorganisation will zudem erreichen, dass zehn Prozent der Weltmeere einen Schutzstatus erhalten.

Am Montag startete im indischen Hyderabad die elfte UN-Vertragsstaatenkonferenz zum Schutz der biologischen Vielfalt (CBD; naturschutz.ch berichtete). Neben effektiven Finanzierungsmodellen und einem Lastenausgleich zwischen Industrienationen und Entwicklungsländern geht es auch um den Schutz der Weltmeere. Der WWF kritisiert, dass immer noch vollkommen unklar ist, wie die in den kommenden zehn Jahren dringend benötigten 500 Milliarden Euro zum Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt von der Staatengemeinschaft aufgebracht werden sollen. Die Lösung der chronischen Unterfinanzierung des globalen Biodiversitätsschutzes ist die entscheidende Hürde, die es in Hyderabad zu überspringen gilt. Aber auch bei der Ausweisung von marinen Schutzgebieten ist die internationale Staatengemeinschaft im Verzug.

Vor zwei Jahren verständigten sich die Vertragsstaaten im japanischen Nagoya darauf, bis 2020 mindestens zehn Prozent der Weltmeere unter Schutz zu stellen. Doch bis heute ist gemäss WWF-Angaben kaum etwas passiert: bislang umfassen die ausgewiesenen Meeresschutzgebiete lediglich 1,6 Prozent der globalen Ozeane. Die restlichen 98,4 Prozent sind jedoch den Interessen von Fischerei, Rohstoffförderung und Tourismus noch immer weitgehend schutzlos ausgeliefert.

Wissenschaftler identifizierten bereits für das Mittelmeer, die Karibik, den West-Atlantik und den Süd-West-Pazifik schützenswerte Gebiete mit herausragender ökologischer Bedeutung. Die CBD-Vertragsstaaten müssen diese Gebiete nun anerkennen und die UN-Vollversammlung auffordern, angemessene Schutzmassnahmen für die internationalen Gewässer („Hohe See“) zu ergreifen, fordert der WWF.

Auch Europa hat noch vor der eigenen Haustüre zu kehren, denn das Mittelmeer steht unter einem enormen Druck seitens der Anrainerstaaten. Abgesehen von einem grossflächigen Schutzgebiet in der ligurischen See gibt es derzeit nur kleine, meist küstennahe Schutzgebiete. Eine internationale Expertenkommission hat derweil zehn weitere Mittelmeer-Regionen mit besonderer ökologischer Bedeutung identifiziert.

Weitere Informationen

WWF Schweiz

Bild: © Brent Stirton / Getty Images

Beitrag kommentieren