Mehr Feldlerchen dank vernetzten Buntbrachen

  • Redaktion Naturschutz
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Bedrohte Tierarten können mit vernetzten Buntbrachen gefördert werden. Dies zeigt ein Projekt in der Gemeinde Egliswil im Kanton Aargau, wo sich der Bestand der bedrohten Feldlerche schon zwei Jahre nach der Ansaat der ersten Buntbrache verdoppelte. Im Jahr 2000 wurden 22 Brutpaare gezählt gegenüber 11 Brutpaaren 1994. Seither hat sich dieser hohe Bestand gehalten. Positiv sind Buntbrachen zudem für Feldhasen, den Turmfalken und bedrohte Ackerwildkräuter.

Die Schlattebene zwischen Egliswil und Seon ist seit jeher ein Feldlerchengebiet. Seit 1994 werden diese Vögel jedes Jahr gezählt und 1998 wurden die ersten Buntbrachen angesät. Heute sind dank einer guten Zusammenarbeit zwischen Landwirten und lokalem Natur- und Vogelschutzverein 1,75 Hektaren Blumenwiesen sowie vernetzte Bunt- und Rotationsbrachen vorhanden. Als Folge hatte sich schon im Jahr 2000 der Bestand der Brutpaare bei den Feldlerchen von 11 im Jahr 1994 auf 22 verdoppelt. Dieser Bestand hat sich bis jetzt gehalten.

Im Gegensatz etwa zu neugepflanzten Hecken, die Zeit brauchen, bis sie ihre ökologische Funktion erfüllen können, wirken Brachen sofort. Neben der Feldlerche profitieren davon weitere Tier- und Pflanzenarten. So nutzen in der Schlattebene Greifvögel wie Turmfalke, Rot- und Schwarzmilan und der Mäusebussard diese Naturoasen als Nahrungsraum; und auch Zugvögel wie Braunkehlchen, Schafstelzen, Steinschmätzer und Raubwürger konnten beobachtet werden. Weiter tummeln sich regelmässig Feldhasen in diesen Flächen. Hier vergrösserte sich der Bestand von 3 bis 6 Stück vor Projektbeginn auf 16 Hasen im Jahr 2003. Als spontan auftretendes Ackerwildkraut konnte der Acker-Spörgel (Spergula arvensis) festgestellt werden, der im Aargau bereits als Rarität bezeichnet werden muss. Auch Schmetterlinge profitieren von den Brachen: Ab und zu fliegen in der Schlattebene bedrohte Arten wie der Malven-Dickkopf-Falter, der Kleine Perlmutterfalter oder der Hainveilchenperlmutterfalter.

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Medienmitteilung FAL

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