Karotten, Rüebli, Gemüse

„Meatless Monday“ zum Weltvegetariertag

  • Nora Kieselbach
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Am 1. Oktober, also heute, ist Weltvegetariertag. Als 1977 der Weltvegetariertag eingeführt wurde, galten Menschen, die auf Fleisch verzichteten, im besten Fall als sonderlich. Auch heute noch sind reine Vegetarier in der Schweiz eine Ausnahmeerscheinung. Im Schnitt isst jeder Bewohner der Schweiz 53 Kilogramm Fleisch pro Jahr (Stand 2011); nur zwei Prozent der Bevölkerung bezeichnen sich als Vegetarier. Was man diesen Zahlen nicht ansieht, ist der Wandel, der sich in den letzten Jahren vollzogen hat. Viele Menschen achten beim Fleischkauf auf die Herkunft und auf eine artgerechte Tierhaltung. Oder sie gehören zu den Teilzeitvegetariern oder Flexitariern, die bewusst weniger Fleisch essen, schreibt die Coopzeitung in ihrer letzten Ausgabe.

Denn es gibt einige gute Gründe, auf Fleisch zu verzichten. Laut WWF produziert eine Mahlzeit mit Fleisch rund dreimal so viele Treibhausgase wie ein vegetarisches Gericht. Auch beim Wasserverbrauch schneidet Pflanzenkost besser ab. Um 1 Kilogramm Kartoffeln zu produzieren, sind 290 Liter Wasser nötig. Für 1 Kilo Rindfleisch braucht es hingegen über 15 000 Liter (Quelle: www.waterfootprint.org). Wie eine Studie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2006 ergeben hat, ist die weltweite Viehhaltung für 18 Prozent der globalen Treibhausgase verantwortlich. Das ist mehr als der gesamte Transportbereich.

Man muss aber nicht gleich Vegetarier werden; schon ein fleischfreier Tag pro Woche trägt zum Schutz von Klima, Umwelt und Tieren bei. Und weil wenig manchmal viel bewirken kann, wurde 2003 in den USA die Kampagne „Meatless Monday“ (Fleischloser Montag) ins Leben gerufen. Zahlreiche amerikanische Städte sind dem Aufruf gefolgt und haben den vegetarischen Montag eingeführt. Mittlerweile hat die Aktion weltweit Anklang gefunden. In der Schweiz rief der WWF vor drei Jahren erstmals zu einem fleischfreien „Klima-Zmittag“ auf (naturschutz.ch berichtete).

Mit einem Vegi-Tag tun wir auch unserer Gesundheit etwas Gutes; so empfehlen Ernährungsberater generell zwei bis drei Portionen Fleisch à 120 Gramm pro Woche. Als Alternativen bieten sich nebst Eiern und Milchprodukten pflanzliche Produkte wie Tofu oder Hülsenfrüchte an. Um Verzicht soll es bei der ganzen Sache sowieso nicht gehen. Eher um einen bewussten Umgang mit wertvollen Zutaten und begrenzten Ressourcen. Und vielleicht entdeckt manch einer auf der Suche nach fleischlosen Gerichten ganz neue Geschmackswelten.

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Bild: Stephen Ausmus [Public domain] via Wikimedia Commons

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