Morus alba Maulbeerbaum

Maulbeerbaum gesucht – und gefunden!

  • Nora Kieselbach
  • 6

Seit der ersten Veröffentlichung des Maulbeer-Aufrufs Anfang Mai (naturschutz.ch berichtete), gingen bei ProSpecieRara über 230 Meldungen von Maulbeerbäumen ein, wie die Organisation mitteilt.

Von den eingegangenen Meldungen betrafen ungefähr die Hälfte junge, wenige Jahrzehnte alte Garten- und Parkbäume aus Gartencentern und Baumschulen, oft mit hängenden Ästen. Bei weiteren 15 Prozent handelt es sich um 40-60jährige Bäume, bei den restlichen 35 Prozent um ältere Bäume, einige davon weit über hundert Jahre alt, teilweise bei Schlossanlagen oder ehemaligen Seidenproduktionsgebieten. Bei den wenigsten liessen sich jedoch das genaue Alter oder die Herkunft ermitteln. Diese älteren Bäume interessierten ProSpecieRara besonders, da sie mit ihrem Alter als Schweizer Kulturgut zählen dürfen und möglicherweise auch zur Zeit der Seidenfabrikation in der Schweiz als Futterpflanzen dienten oder dienen sollten.

Oft war anhand der eingegangenen Beschreibung unklar, ob es sich um weisse oder schwarze Maulbeerbäume handelte, da die Farbe der Beeren kein geeignetes Bestimmungsmerkmal ist und oft für Verwechslungen sorgt: auch weisse Maulbeerbäume können schwarze Früchte tragen. Auffällig ist jedoch, dass die schwarze Maulbeere sehr selten ist, obwohl ihre Beeren im Vergleich zu denen der weissen Maulbeerbäume ausserordentlich aromatisch sind.

Auch wenn die Bäume breit über die Schweiz gestreut sind, treten doch in der Genfer- und Zürichsee-Region, um den Bielersee und im Rhonetal deutlich mehr alte Bäume auf als anderswo. Dies gilt auch für den Tessin, den ProSpecieRara, sofern die Finanzierung zu Stande kommt, nächstes Jahr behandeln wird.

Seit Ende Juni konnten ausgewählte Bäume in Zürich, dem Bernbiet und der Bielersee-Region gesichtet werden. Unter den 36 Exemplaren waren Bäume in den unterschiedlichsten Ausprägungen, fast alle mit reifen Beeren, darunter auch acht Morus nigra. Eine weitere Sichtung im Wallis und allenfalls in anderen Gegenden steht noch an.

Die Beschreibungen der gesichteten Bäume werden nun verglichen und Bäume mit interessanten Merkmalen zur Vermehrung ausgesucht.

Weitere Informationen

ProSpecieRara

Bild: Loadmaster [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

6 Kommentare

  • Yvonne Scarabello

    Hallo Maschla Müller

    Ich hab soeben kleine Setzlinge aus Italien mitgenommen. Ich weiss nicht, ob sie die Reise überstanden haben. Kontaktieren Sie mich bei Interesse.

    Mitgruss – Y.S.

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  • Müller

    Grüezi
    Wären evt. interessiert Maulbeerbäume Morus alba zur Fütterung von Seidenraupen anzu pflanzen.
    Wissen sie wo solche bezogen werden können und ob sie auch in der Landwirtschaft als Obstbaum zählen u. somit Beitragsberechtigt sind.
    Das Gebiet wäre ein klassisches Obstbaugebiet am Bodensee m. mildem Klima.
    Danke für ihre Bemühungen.
    Maschla Müller

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  • frick walter

    Guten Tag,
    eine sehr alter (schätzungsweise 100 Jahre) weisser Maulbeerbaum steht im Liechtensteinischen Schaan an der Mederstrasse. Sollten Sie an einer Besichtigung diese speziellen Baumes interessiert sein, können Sie mich während der üblichen Arbeitszeit über obige E-mail-Adresse erreichen.

    Beste Grüsse aus Schaan

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