Ernstbrunner-Wald

Maschinen machen es dem Waldboden schwer

  • Sophie Ryser
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Lockere Böden sind wichtig für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Die zahlreichen mit Luft und Wasser gefüllten Hohlräume beherbergen grosse Mengen an Pilzen, Bakterien, Regenwürmern und anderen Bodenlebewesen. Sie alle machen den Boden fruchtbar. Schwere Holzerntemaschinen, wie sie immer häufiger in der Waldbewirtschaftung eingesetzt werden, führen zu einer Verdichtung des Bodens. Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL hat nun untersucht, wie sich schwere Maschinen auf den Boden und somit auch auf den Wald auswirken.

Dazu legten die Forscher mit Holzerntemaschinen auf zwei verschieden feuchten Waldböden Fahrspuren an. Denn auf feuchten Böden sinken die Räder tiefer ein als auf trockenen Böden. Direkt vor und in den vier Jahren nach den Versuchen wurden in und neben den Fahrspuren Bodenproben entnommen und analysiert. Unter anderem wurden diese mit neuen genetischen Methoden auf Bodenorganismen untersucht und der Gasaustausch zwischen Boden und Atmosphäre gemessen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Belastung die Böden stark verändert. Die Hohlräume werden zusammengedrückt und die Vernetzung der Poren im Boden zerstört. Das zuvor darin vorhandene Wasser kann nicht mehr fliessen und der Luftaustausch wird unterbrochen. Viele Pilze und Bakterien können so nicht mehr wachsen. Die Mykorrhizapilze, welche Bäume mit Nährstoffen und Wasser versorgen und daher wichtig für das Baumwachstum sind, verschwinden fast vollständig. Stattdessen breiten sich Fäulnisbakterien aus, die das Baumwachstum hemmen. Weil es nur noch wenig Luft im Boden gibt, wachsen solche Bakterien am besten, welche ohne oder mit wenig Sauerstoff auskommen und Lachgas und Methan produzieren.

Sechs bis zwölf Monate nach den Versuchen war die Beeinträchtigung für die Bodenlebewesen am grössten. Nach vier Jahren hatten sich einige Bakterienarten erholt, eine vollständige Regeneration könnte aber Jahrzehnte bis Jahrhunderte dauern. In Zukunft können diese Erkenntnisse helfen, ein Frühwarnsystem zu entwickeln, um nachteilige Bodenveränderungen rechtzeitig zu erkennen. Denn gesunde Böden bedeuten auch einen gesünderen Wald.

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Bild: Hr43 (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons

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