© Hellebardius [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Manipulierte Staumeldungen – für die 2. Strassenröhre?

  • Kathrin Ruprecht
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Recherchen der «Rundschau» zufolge werden die Meldungen über Staulänge und Staudauer manipulativ hochgehalten. Es wird vermutet das dies geschieht, um Druck für die 2. Strassenröhre am Gotthard zu machen.

Der «Rundschau»-Bericht von gestern Mittwochabend zeigt auf, dass die Kürzest-Staus unter einem Kilometer Länge seit 2012 von vier Meldungen auf 195 im Jahr 2014 angestiegen sind. Die Staustunden haben im selben Zeitraum angeblich um 456 Stunden zugenommen, obwohl das Verkehrsaufkommen am Gotthard mehr oder weniger stabil blieb. Das wirft Fragen auf und lässt den Verdacht wach werden, dass das ASTRA mit den Stauzahlen bewusst Stimmung für eine 2. Röhre am Gotthard macht.

2012 hat der Bundesrat entschieden, am Gotthard eine 2. Strassenröhre zu bauen. Und wie zufällig lässt das Bundesamt für Strassen ASTRA seit 2012 über viasuisse auch sogenannte Kürzeststaus am Gotthard vermelden. «Damit ist erklärt, weshalb am Gotthard die gemeldeten Staustunden deutlich zunehmen, obwohl die Verkehrsmenge seit Jahren praktisch stabil ist», sagt Caroline Beglinger, Co-Präsidentin des Vereins «Nein zur 2. Gotthardröhre» und Co-Geschäftsleiterin des VCS.

VCS-Präsidentin und Nationalrätin Evi Allemann fordert, dass das ASTRA umgehend offenlegt, wie die Staus auf den Nationalstrassen und insbesondere am Gotthard berechnet werden und nach welchen Richtlinien die Staumeldungen erstellt werden.

Seit 2001 wird die Menge der Autos und Lastwagen am Gotthard aus Sicherheitsgründen dosiert. Dieses Regime wird mit einer Rotlichtanlage jeweils vor den Portalen gesteuert. Deshalb ist stets die Rede von Staus vor dem Gotthard und nie von stockendem Verkehr wie etwa bei den täglichen Staus in den Agglomerationen.

Mit Erstaunen nimmt der Verein «Nein zur 2. Gotthardröhre» auch zur Kenntnis, dass das ASTRA die Veröffentlichung eines Berichts über versenkbare Mitteilleitplanken verhindert hat. Mit versenkbaren Mittelleitplanken könnte im Gotthard rasch und kostengünstig mehr Sicherheit erreicht werden.

Medienmitteilung des Verkehrs-Club der Schweiz

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