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Mängel im Vollzug der Tierschutzstrafpraxis

  • Monika Jung
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schTerrarium0001Im Jahr 2009 kam es in der Schweiz zu 955 Tierschutz-Straffällen. Dabei sind die kantonalen Unterschiede beträchtlich, schreibt die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) in einer Medienmitteilung. Obwohl eine konsequente Ahndung gesetzlich vorgeschrieben wäre, fassen einige Kantone die Täter mit Samthandschuhen an.

Letztes Jahr wurde in der Schweiz mit 955 Tierschutz-Straffällen ein absoluter Höchstwert verzeichnet. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme um 230 Fälle. Die TIR führt eine Datenbank aller Straffälle und analysiert die Strafpraxis alljährlich.

Laut Michelle Richner von der TIR ist eine korrekte Durchsetzung des Strafrechts nicht in allen Kantonen gewährleistet. „Einige Kantone pflegen die Praxis, Tierschutzstraffälle in einem Verwaltungsverfahren abzuschliessen, ohne sie einem Strafverfahren zuzuführen.“ So kommen die Täter ohne Busse oder sonstige Bestrafung davon. Laut der Stiftung für das Tier im Recht werden in der Schweiz rund 100’000 Terrarientiere gehalten. 2009 waren in diesem Bereich nur gerade 17 Strafverfahren gemeldet. „Das zeigt, dass Tierquälerei in heimischen Terrarien in aller Regel unentdeckt bleibt“, sagt Vanessa Gerritsen von der TIR und fordert in einem 12-Punkte-Katalog konkrete Massnahmen zur Verbesserung und Harmonisierung des Tierschutzvollzugs.

Quelle: Beobachter Natur

Stiftung für das Tier im Recht

Bild: Richard Mayer/wikimedia

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