mit MM des idw
Tiefsee-Krake am Grund des Peru-Beckens, Pazifik. | © ROV Kiel6000, entstanden auf der SONNE-Expedition 242.

Tiefseekraken brüten auf Manganknollen

  • Cécile Villiger
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Biologen entdecken in mehr als 4000 Metern Tiefe neue Krakenarten, die auf Manganknollen ihre Eier ausbrüten. Die Tiere sind in in Gefahr, da das Element Mangan ein gefragter Rohrstoff in der Industrie ist.

Manganknollen am Meeresboden des Pazifischen Ozeans sind eine wichtige Brutstätte für Tiefseekraken. Die Kraken heften ihre Eigelege an Schwämme, welche nur auf den Manganknollen wachsen. Die Forscher hatten die bisher unbekannten Krakenarten auf Tauchexpeditionen im Pazifik in einer Tiefe von mehr als 4000 Metern beobachtet – ein neuer Tiefenrekord für diese Kraken. Die Kraken heften ihr Gelege in 4000 Metern an die Stängel abgestorbener Schwämme, welche wiederum auf Manganknollen gewachsen waren. Die Knollen dienten den Schwämmen als einziger Ankerpunkt auf dem sonst sehr schlammigen Untergrund. Ihre spezielle Abhängigkeit von Manganknollen als Brutstätte belegt, dass einem industriellen Abbau von Wertstoffen in der Tiefsee gründliche Untersuchungen zu den ökologischen Folgen vorausgehen müssen. Mangan wird in Handys, Computern und anderen Hightech-Geräten verwendet.

Kennen Sie Casper? Im Februar dieses Jahres avancierte der Mini-Tiefseekrake (Octopoda, Untergruppe: Incirrina), innerhalb weniger Tage zum Star in den Sozialen Medien. Der US-amerikanische Tauchroboter Deep Discovery hatte den etwa zehn Zentimeter kleinen Meeresbewohner vor der hawaiianischen Necker-Insel in einer Tiefe von 4290 Metern aufgespürt, ihn aus nächster Nähe gefilmt und den Clip direkt veröffentlicht. Die Webgemeinde gab dem nahezu durchsichtigen Kraken dann den Namen Casper, in Anlehnung an das bekannte Trickfilm-Gespenst. Das Video wurde hunderttausendfach geschaut – doch erst jetzt berichten die Forscher im Fachmagazin Current Biology, welch weitreichendes Wissen über das Leben in der Tiefsee und über die ökologische Bedeutung von Manganknollen sie Casper und 28 weiteren Tiefseekraken entlocken konnten.

Typisches Verhalten: Ein Tieefseekrake sitzt am Grund des Peru-Beckens (Pazifik) auf einer Manganknolle. Das Foto entstand während der Sonne-Expeditin 242 und wurde mit dem AWI-Tiefseekamerasystem OFOS gemacht.
Typisches Verhalten: Ein Tieefseekrake sitzt am Grund des Peru-Beckens (Pazifik) auf einer Manganknolle. Das Foto entstand während der Sonne-Expeditin 242 und wurde mit dem AWI-Tiefseekamerasystem OFOS gemacht.

 

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