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Macht der Klimawandel Pause?

  • Sophie Ryser
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Der Weltklimarat IPCC hat kürzlich in Stockholm neue Schlussfolgerungen zur Erderwärmung vorgestellt. Dabei warnen sie vor den Folgen, welche auf den Menschen und die Umwelt zukommen werden. Nun passt aber eine Entwicklung nicht zu diesen Aussagen. Denn in den letzten fünfzehn Jahren sind die Temperaturen lange nicht so stark angestiegen, wie es in Klimamodellen vorausgesagt wurde. In den letzten fünfzig Jahren stieg die Temperatur pro Jahrzehnt um 0,12 Grad Celsius an. In den vergangenen fünfzehn Jahren waren es nur noch 0,05 Grad Celsius pro Jahrzehnt.

Klimaskeptiker freut dieser Befund natürlich, sie sehen darin die Bestätigung, dass es den vom Menschen verursachten Klimawandel nicht gebe. Allerdings kann diese „Pause“ im Temperaturanstieg diverse Ursachen haben. Etwa zur Hälfte sei dies auf eine veränderte Vulkanaktivität zurückzuführen, besagt der vorgelegte Bericht in Stockholm. Vermehrte Ausbrüche führen zu mehr Schwebeteilchen in der Luft, welche das Sonnenlicht reflektieren. Dadurch erwärmt sich die Atmosphäre weniger stark.

Die andere Hälfte sei auf den Effekt der „internen Variabilität“ zurückzuführen. Darunter wird eine Veränderung der Art, wie Hitze zwischen Land, Luft und Meer verteilt wird verstanden. „Wir wissen, dass derartige Phasen von der Dauer eines Jahrzehnts oder so ein bis zwei Mal pro Jahrhundert auftreten können“, sagt Laurent Terray vom französischen Computersimulationszentrum Cerfacs. Nur wenn diese Phase deutlich länger dauert, wäre dieser Faktor in den Klimamodellen unterschätzt worden.

Der IPCC vermutet auch, dass sich die Erwärmung nicht nur auf der Erdoberfläche, sondern auch in der Tiefsee abspielt. Er geht davon aus, dass in einer Tiefe ab 3000 Metern die Temperaturen seit gut zwanzig Jahren steigen, da ein Austausch von wärmerem Oberflächenwasser mit kaltem Tiefseewasser stattfindet. Dadurch wäre eine Erwärmung für uns nicht direkt sichtbar.

Auch eine veränderte Sonnenaktivität könnte Einfluss auf die Verlangsamung der Erwärmung haben. Schlussendlich sind fünfzehn Jahre für die Erde gesehen aber eine enorm kurze Zeitspanne. Und dass sich das Klima verändert hat und die Temperaturen – wenn auch langsamer – immer noch steigen, sollte eigentlich niemand mehr leugnen können.

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Bild: Harald Süpfle [CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons

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