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M13 vom Problem zum Risiko?

  • Nora Kieselbach

Wie die Zeitung Südostschweiz berichtet, steht M13 kurz vor der Umklassierung vom „Problem“- zum „Risikobär“. Dies, nachdem der seit Wochen im Puschlav lebende Braunbär letzte Woche am frühen Mittwoch Morgen das Schulhaus Santa Maria in Poschiavo besuchte und dabei zwei Bienenhäuser zerstörte, die zu Unterrichtszwecken aufgestellt worden waren.

Gegenüber Radio FM1 sagte der zuständige Bündner Regierungsrat Mario Cavigelli, dass M13 derzeit ein „Problembär“ sei: das heisst, er zeigt keine Scheu gegenüber dem Menschen, hält sich oft in Siedlungsnähe auf und reagiert nicht oder nur ungenügend auf Vergrämungsmassnahmen. Das Tier wird deshalb noch genauer beobachtet. Die nächste Stufe wäre der „Risikobär“. Ein solches Tier wird als ein zu hohes Risiko für die Gesellschaft betrachtet und deswegen abgeschossen – ein Schicksal, das 2008 bereits JJ3 ereilte (naturschutz.ch berichtete).

M13’s momentane Heimat Poschiavo liegt zudem auf 1100 Meter über Meer und der bevorstehende Schneefall dürfte die Problematik noch verschärfen, da durch den Schnee der Lebensraum des Bären zusätzlich stark eingeschränkt wird. Der Schritt vom Problembär zum Risikobär sei für M13 daher nicht mehr so weit, sagt dann auch Forstdirektor Cavigelli.

Letzten Freitagnachmittag wurde in Poschiavo eine Besprechung mit den Behörden- und Interessenvertreten des Puschlavs einberufen, um am Runden Tisch die aktuellen Ereignisse zu diskutieren und mögliche zusätzliche Massnahmen zu erörtern. In diesem Zusammenhang konnte auch die Bevölkerung Fragen an die Bären-Verantwortlichen des Kantons stellen. Damit wollte man den Puschlavern klarmachen, dass die Situation mit M13 ernst genommen werde und der Kanton nicht untätig war: so wurden letzte Woche sechs! Wildhüter ins Puschlav gesandt die versuchten, den Jungbären durch wiederholten Beschuss mit Gummischrot zu vergrämen.

Cavigelli verheimlicht aber nicht, dass er mit dem schweizerischen Bärenkonzept grundsätzlich nicht glücklich sei. „Der Schutz des Bären im eng besiedelten Graubünden ist ein Irrläufer“ und der Kanton sei kein Bärenland, so Cavigelli. Und auch Alessandro Della Vedova, Gemeindepräsident von Poschiavo, sähe M13 weiterhin am liebsten weit weg…

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Amt für Jagd und Fischerei Graubünden
Bundesamt für Umwelt BAFU

Bild: © Amt für Jagd und Fischerei Graubünden