Luzerner Seen leben wieder auf

  • Redaktion Naturschutz
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Am schlimmsten stand es vor rund 30 Jahren um den Baldeggersee. Als weltweit erster See erhielt er 1982 eine künstliche Lunge, die ihn seither mit Sauerstoff versorgt. 1984 wurden am Sempachersee und 1986 am Hallwilersee dieselben Seebelüftungsanlagen in Betrieb genommen.
Jetzt hat der Kanton Aargau Bilanz gezogen. Fazit: Dem Hallwilersee geht es wieder besser. 1975 betrug die Phosphorkonzentration 250 Milligramm pro Kubikmeter Wasser. Heute sind es weniger als 40. Als Zielwert für ein intaktes Ökosystem gelten 30 Milligramm. Laut Regierungsrat Peter C. Beyeler hat nicht alleine die Belüftungsanlage zur positiven Entwicklung beigetragen. Ebenso wichtig seien die Inbetriebnahme der ARA Hallwilersee und die kontinuierliche Reduktion der Düngerbelastung. Seit 2001 werden die Bauern im Rahmen eines Phoshorprojektes für ökologisches Verhalten finanziell unterstützt.
Dasselbe Projekt läuft auch an den andern Seen. Am fortgeschrittensten ist die Gesundung beim Sempachersee. Die Phosphorkonzentration sank hier von 160 Milligramm (1984) auf aktuell 22 – im Baldeggersee von einst über 500 auf 48.
In allen drei Seen noch nicht gelöst ist das Sauerstoffproblem. Weil auf dem Seegrund nach wie vor Sauerstoffnot herrscht, können sich die Felchen nicht fortpflanzen. Ihre Eier ersticken im Schlamm. Sowohl im Aargau als auch im Kanton Luzern geht man deshalb davon aus, dass die künstliche Belüftung noch über Jahre weitergeführt werden muss. (sm)

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