Kiebitz

Luzerner Kiebitze im Soll

  • Nora Kieselbach
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Wie die Vogelwarte Sempach mitteilt, zogen 53 Luzerner Kiebitz-Pärchen in der Wauwiler Ebene trotz Schnee an Ostern und Hagel im Sommer erfolgreich Nachwuchs auf. Über 60 junge Kiebitze erlangten ihre Flugfähigkeit. Dieser Erfolg ist das erfreuliche Resultat der Zusammenarbeit zwischen den Landwirten und der Schweizerischen Vogelwarte Sempach.

Die Wauwiler Ebene beherbergt mehr als einen Drittel des gesamten Schweizer Kiebitz-Bestands. In einem Förderprojekt konnte die Schweizerische Vogelwarte Sempach zeigen, dass der Kiebitz positiv auf spezifische Massnahmen reagiert. Das Projekt liefert Erkenntnisse, die der Förderung dieser vom Aussterben bedrohten Vogelart in der ganzen Schweiz neuen Aufschwung verleiht. Die „Top“-Massnahme in Sachen Kiebitz-Förderung: die Kiebitz-Brache.

Denn Kiebitze wählen im Frühling insbesondere brachliegende Flächen, um darin zu brüten – in der Wauwiler Ebene sind dies meist Maisstoppelfelder. Wegen des Auftretens des Maiswurzelbohrers im Vorjahr verzichteten die Landwirte in der Kiebitz-Kolonie in Kottwil 2012 auf den Maisanbau. So wurden dieses Jahr vor allem Kunstwiesen und Winterweizen eingesät. Beide Kulturen wachsen sehr schnell und sind für den Kiebitz ungünstig. „Als Ersatz für die Maisflächen kamen spezielle Brachen zum Zug, die wir im letzten Sommer in Absprache mit dem Bewirtschaftenden einsäen liessen“, erinnert sich Deborah Ramseier von der Schweizerischen Vogelwarte. „Allein in diesen Kiebitz-Brachen brüteten dieses Jahr 19 Paare.“

Die frostigen Temperaturen und der Schnee an Ostern brachten das Brutgeschäft der Kiebitze zudem kurzzeitig zum Erliegen. Und der Hagel anfangs Juli zerstörte nicht nur die landwirtschaftlichen Kulturen, sondern kostete nachweislich mehrere Küken das Leben. Dank dem Verständnis und der Rücksichtnahme der Bewirtschaftenden konnten dennoch 53 Kiebitz-Pärchen über 60 Junge aufziehen, wodurch die Zielvorgabe von einem flüggen Jungen pro Kiebitz-Paar erreicht wurde.

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Schweizerische Vogelwarte Sempach

Bild: © Mathias Schäf

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