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Luzern lanciert «Pedibus»

  • Silvan Kaufmann
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pedibusMitte Oktober lancierte der VCS Verkehrs-Club der Schweiz den «Pedibus» in der Deutschschweiz. Nur anderthalb Monate später kann er einen ersten wichtigen Erfolg vermelden: Der Kanton Luzern startete am Donnerstag den «Pedibus». Damit wird der «Pedibus» in der Deutschschweiz zum ersten Mal in einem grösseren Rahmen eingeführt. Bei der Umsetzung wurden die Initiantinnen und Initianten vom VCS beraten.

Der luzernische Bildungsdirektor Anton Schwingruber war bei der Lancierung des ersten luzernischen «Pedibus» in Hellbühl (Gemeinde Neuenkirch) persönlich anwesend. Der Kanton Luzern nimmt eine Vorreiterrolle in der Deutschschweiz ein.

Doch auch in anderen Gemeinden werden «Pedibus»-Projekte ausgearbeitet. Im Nachzug zur Medienkonferenz von Mitte Oktober gingen beim VCS zahlreiche Anfragen ein: Eltern, Schulen oder Behördenvertreter erkundigten sich, wie ein «Pedibus» am besten eingerichtet wird. Es zeigte sich deutlich, dass der «Pedibus», der in der Romandie schon seit längerem etabliert ist, auch diesseits des Röstigrabens auf grosses Interesse stösst.

Dies erstaunt nicht, denn der «Pedibus» ist nicht nur eine intelligente und ökologische Art, den Schulweg zurückzulegen – er ist auch sehr einfach umzusetzen: Begleitet von einer erwachsenen Person legen die Kinder den Schulweg zu Fuss zurück. Wie ein Bus auf vier Rädern folgt auch der «Pedibus» vereinbarten Routen und weist einen fixen Fahrplan auf. An festgelegten Haltestellen können sich die Kinder dem «Pedibus» anschliessen.

Der «Pedibus» ist eine sinnvolle Alternative zum «Eltern-Taxi». Immer mehr Eltern fahren nämlich ihre Kinder aus einem an sich gut gemeinten Sicherheitsdenken heraus mit dem Auto zur Schule. Die Folge: Die Kinder eignen sich immer seltener die nötige Verkehrskompetenz an, und vor den Schulhäusern kommt es zu gefährlichen Wendemanövern der «Eltern-Taxis».

Mit dem «Pedibus» erwerben die Kinder dagegen zusammen mit Erwachsenen die Kompetenzen, um auch einen schwierigen Schulweg zu meistern. Sie profitieren aber auch in sozialer Hinsicht. Auf dem Weg zur Schule können sie gemeinsam Erfahrungen machen und zwischenmenschliche Kompetenzen stärken. Darüber hinaus bewegen sich die Kinder regelmässig, wenn sie zur Schule laufen, statt gefahren zu werden.

In der Romandie, wo «Eltern-Taxis» bereits seit längerem ein Problem darstellen, hat sich der «Pedibus» bereits etabliert; hier existieren 250 «Pedibus»-Linien. Die Lancierung des «Pedibus» in der Deutschschweiz wird finanziell durch den Fonds für Verkehrssicherheit unterstützt.

Weitere Unterlagen unter: www.pedibus.ch und www.verkehrsclub.ch

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