Luchsin B123 mit ihren Jungen im Jahre 2012 | © Laurent Geslin
Luchsin B123 mit ihren Jungen im Jahre 2012 | © Laurent Geslin

Luchsin im Jura vorsätzlich erschossen

  • Judith Schärer
  • 8

Ein trauriges Ende für das Leben von Luchsin B123. Das Tier wurde tot in einem Feld bei Bière im Jura aufgefunden. Die Autopsie im Tierspital Bern bestätigte: Die Wildkatze wurde durch gezielte Schüsse getötet.

Ein vorsätzlich getöteter Luchs im Jura erregt die Gemüter. Obwohl Unsicherheit über den Hergang oder das Motiv herrscht, ist klar, dass das weibliche Tier mutwillig getötet wurde, wie lokale Medien berichten. Die Autopsie im Tierspital Bern erwies, dass der Luchs definitiv den Schüssen eines Gewehres erlag und somit gezielt getötet wurde. Da die Zeit der Jagdsaison angebrochen ist, könnte der Luchs allenfalls auch einer Verwechslung mit einem anderen jagbaren Tier zum Opfer gefallen sein. Dies ist allerdings eher unwahrscheinlich, da die Jäger in der Gegend durchaus in der Lage sein sollten, die lokalen Tierarten voneinander zu unterscheiden.

Der tote Luchs im Alter von ungefähr zehn Jahren wurde in der Nähe von Bière auf einem Feld gefunden. Es handelt sich um das weibliche Individum B123, welches im Jahre 2012 drei Jungtiere zur Welt brachte und grosszog. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Luchsin auch diesen Frühling wieder Junge hatte und diese nun vollständig auf sich gestellt zurückbleiben. Dies wäre verheerend, da die Jungtiere noch nicht genügend Jagderfahrung haben, um sich eigenständig ernähren zu können. Somit würde sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die jungen Wildtiere, getrieben vom Hunger, sich näher an Siedlungsgebiete begeben und nach Resten von Katzenfutter oder Ähnlichem suchen. Solche Umstände würden tendenziell zu weiteren Konflikten zwischen Wildtieren und Menschen führen, was absolut nicht wünschenswert ist.

8 Kommentare

  • Kurt Schneeberger

    @naturschutz.ch
    Zitat:
    „Da die Zeit der Jagdsaison angebrochen ist, könnte der Luchs allenfalls auch einer Verwechslung mit einem anderen jagbaren Tier zum Opfer gefallen sein.“
    Ich bin schon erstaunt, mit welcher Vorsicht, sich die Organisation „naturschutz.ch“ äussert. Ich glaubte zuerst, nicht richtig gelesen zu haben!

    Ein Jäger, welcher auf nicht offensichtlich erkennbare Tiere oder noch genereller ausgedrückt, auf nicht offensichtlich sich im Wald bewegende erkennbare Lebewesen (stellen Sie sich vor, es wären spielende Kinder gewesen) schiesst, dem gehört nicht nur die Lizenz entzogen, sondern auch ein Verfahren wegen grobfahrlässiger Tötung oder Tötungsversuch aufgebrummt. Ich meine, wenn jemand zielsicher einen Luchs erschiesst, dann hat er auch erkannt, dass es ein Luchs war! Eigentlich eine unglaubliche Situtation, zumal Jäger immer wieder erwähnen, wie schwierig eine Jagdprüfung sei!
    Nachdem auch hinlänglich bekannt ist, dass der Luchs von der Mehrheit der Jägerschaft nicht akzeptiert ist, ist eine vorsätzliche Tötung m.E. sehr wahrscheinlich.
    In solchen Fällen noch so „liebenswürdige“ Zugeständnisse an den Täter zu richten, finde ich für eine Organisation wie naturschutz.ch unwürdig. Sie (naturschutz.ch) müssten es doch wirklich besser wissen. Oder sind wir tatsächlich so weit, dass wir gegenüber der Jägerschaft solche Bücklinge machen müssen?

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  • Otto Künzli

    Verrückt ! Bis jetzt glaubte ich, nur hier in Spanien seien die verrückten Jäger, die alles, was sich bewegt, auch in unmittelbarer Nähe unserer Wohnhäuser, abzuknallen.
    Dass auch gewissenlose Schweizer in gleicher Schiesswut und Grössenwahn (es sind ja nur Tiere, ICH Mensch !) dortleben, erstaunt eigentlich schon. Schämt Euch, ihr „Weidmänner“, die Ihr doch die Tiere „hegen und pflegen“ ?????

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  • Andréa

    Was ist das nur für ein herzloser Mensch???Hoffentlich wird der Täter gefunden und für seine Tat sehr hart bestraft.

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  • Ferdi Projer

    Wenn der Wille er Behörden vorhanden wäre, könnte der Täter ausfindig gemacht werden und zur Rechenschaft gezogen werden.

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    • Kurt Schneeberger

      Richtig!!! Genau das ist doch das Problem.

  • Roswitha Hächler

    absolut unverständliche Tat !
    Die Jagd gehört abgeschafft, wir haben nicht das Recht, in der rauen Natur überlebende Tiere abzuknallen !

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    • Gizmoo

      Guten Tag Frau Hächler
      Schauen Sie sich mal das Video aus dem jagdfreien Gebiet in Holland an : https://www.youtube.com/watch?v=vyueZwW1WCA
      Besonders die Minuten 2 – 4 sind für Sie als Tierfreundin spannend. Fröhliche Tiere ohne natürlich Scheu (oder einfach zu schwach zum Fliehen…).

    • Walter Gerber

      Sowie im Kanton Genf, wo in der Nacht mit Licht oder Nachtsichgeraten von bezahlten Leuten alles abgeschossen wirt um den Schaden in Grenzen zu halten. Schnell und effizient, Hauptsache alle glauben keine Jagd. Ist es das was sie wollen ?


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