Luchs Raubtier

Luchsin darf abgeschossen werden

  • Eliane Küpfer
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Das Jagdinspektorat des Kantons Bern hat in Absprache mit den Kantonen Freiburg und Waadt sowie dem Bundesamt für Umwelt BAFU eine Bewilligung für den Abschuss eines Luchses im Kandertal erteilt. Es handelt sich um eine verwaiste Jungluchsin, im Herbst 2012  abgemagert aufgefunden und während des Winters in der Wildstation Landshut betreut worden war. Ende Mai 2013 wurde die mit einem Sender markierte Jungluchsin im Raum Diemtigen gemäss Konzept Luchs Schweiz wieder in die Freiheit entlassen.

In der Zeit vom 22. Juni bis 4. Juli 2013 hat die Luchsin auf drei verschiedenen Schafweiden in der Gemeinde Kandergrund insgesamt sechs Schafe gerissen. Obschon die Kriterien gemäss Konzept Luchs Schweiz im vorliegenden Fall nicht erfüllt sind (mindestens 15 gerissene Nutztiere in einem Umkreis von 5 Kilometern, innerhalb von 12 Monaten), wird der Abschuss dieser schadenstiftenden Jungluchsin unumgänglich, schreibt der Kanton Bern in einer Mitteilung.

Weiter ist in der Mitteilung zu lesen, dass es nicht möglich seie, rasch zumutbare Schutzmassnahmen umzusetzen. Andererseits soll die Luchsin während ihrer Gefangenschaft auf Schafe geprägt worden sein, da ihr Gehege in der Wildstation Landshut direkt an eine Schafweide grenzte.

Damit ist die Initiative für den Schutz der Grossraubtiere nicht einverstanden. Denn wie der eidgenössische Jagdinspektor Reinhard Schnidrig gegenüber vom BUND sagt, genügen normalerweise Elektrozäune um Luchse von den Schafen fern zu halten. Doch dies sei den Tierhaltern zu viel Aufwand, kommentiert die Initiative für den Schutz der Grossraubtiere die Ereignisse. Daher wurde auch eine Petition gestartet, damit die Luchsin weiterleben darf.

Interessant ist die Antwort auf die Frage, wieso junge Luchse überhaupt aufgepäppelt werden. Schnidrig sagt dazu, dass einerseits die Aufzucht von verwaisten Jungluchsen sehr erfolgreich wäre. Die Jungluchsin sei die erste, die ein Fehlverhalten an den Tag lege. Andererseits gebe es auch einen politischen Grund. Wie der BUND weiter schreibt, muss noch immer davon ausgegangen werden, „dass der grösste Teil der Jungluchse verwaist ist, weil die Mutter illegal abgeschossen wurde“, sagt Schnidrig. „Das dürfen wir nicht belohnen, indem wir die Jungtiere auch noch verhungern lassen.“

Bild: By Martin Mecnarowski [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Kleines Bild: Gunnar Ries Amphibol[CC-BY-SA-3.0 ], via Wikimedia Commons

Weitere Informationen

Der Bund

Für den Schutz der Grossraubtiere

HIER geht es zur Petition, damit die Luchsin weiterleben darf!

3 Kommentare

  • Nathalie Bahala

    wer war eigentlich zuerst auf dieser Erde? Mensch oder Tier? Es ist doch einfach unglaublich wie hier in der Schweiz mit den immer noch wenigen „Raubtieren“ umgegangen wird. Wohl die Tatsache vergessen, dass viel mehr Schafe an anderen Todesursachen jährlich sterben als durch einen Luchs!!! Die Schweiz verhält sich wie im Mittelalter, eine Schande! Wir denken immer noch, die Natur gehört uns und wir müssen sie kontrollieren, alles was auch schon im geringsten den menschlichen Bedürfnissen schadet wird einfach eliminiert…sind wir im 21.Jahrhundert oder noch hinter dem Mond?

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  • Karsai

    Das ist doch nur noch krank. Und traurig dass gewisse Menschen nichts dazu lernen. Da wird doch wieder mal Alibi-Übung betrieben, damit gewisse Herren ihr Ego befriedigen können!!!

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  • gummibaer

    Wieder einmal mehr, wenn ein Tier sich nicht nach Wunsch verhält wird es einfach abgeknallt. Scheissbehörde vielleicht solltet Ihr auch einmal euer Hirni einschalten.
    Es ist einfach eine Schande dieses Verhalten!!!!

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