© Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere, Kanton Wallis & KORA
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Luchs-Monitoring im Wallis

  • Roman Vonwil
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Im letzten Winter wurde zwischen Mitte Februar und Mitte April auf der rechten Rhonetalseite (Mitte Baltschiedertal-Rhoneknie) erstmals ein Monitoring mittels Fotofallen für den Luchs durchgeführt. Ein Bericht zum Monitoring liegt nun vor. Fünf selbständige Luchse wurden identifiziert, was einer Dichte von knapp einem Luchs pro 100 km2 entspricht. Diese Untersuchung fand in einer Zusammenarbeit von BAFU, KORA und der Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere des Kantons Wallis statt und wird im kommenden Frühjahr auch auf der linken Rhonetalseite (Simplongebiet bis Val de Nendaz) durchgeführt.

Das durchgeführte Fotofallen-Monitoring des Luchses hat zum Ziel, Angaben über die Anzahl und die Dichte an Luchsen in einem Gebietsausschnitt, das als Referenzgebiet dient, zu bekommen. Dank der speziellen Fellzeichnung können Luchse anhand der Fotos individuell identifiziert werden. Die Aufnahmen erlauben zudem, die Populationsgrösse festzustellen.

Für das Management der Grossraubtiere wurde die Schweiz in acht Kompartimente eingeteilt. Das Kantonsgebiet Wallis stellt ein eigenes Kompartiment dar. Für das Monitoring mittels Fotofallen wurden auf beiden Rhonetalseiten je ein Referenzgebiet ausgeschieden. Im vergangenen Winter wurde die Untersuchung auf der rechten Talseite durchgeführt.

Die Referenzfläche auf der rechten Rhonetalseite erstreckt sich von Mitte Baltschiedertal bis zum Rhoneknie und hat eine Fläche von 813 km2. In diesem Bereich wurden an insgesamt 41 ausgewählten Standorten Fotofallen aufgestellt, die über 60 Tage dort verblieben und wöchentlich von der Wildhut und Vertretern von KORA kontrolliert wurden. Die gemachten Bilder wurden ausgewertet und die Luchse mit allen Referenzbildern der Luchse verglichen, die bisher in der Schweiz identifiziert wurden.

An neun von insgesamt 41 Standorten auf der rechten Rhonetalseite wurden Fotos von Luchsen gemacht. Auf diesen Bildern konnten fünf verschiedene, selbständige adulte Luchse identifiziert werden. Jungluchse wurden keine erfasst. Alle fünf Luchse sind von früheren Aufnahmen schon bekannt. Es handelt sich um zwei Männchen und ein Weibchen, von zwei Tieren ist das Geschlecht bisher nicht bekannt. Zwei der Tiere wurden während der Untersuchungszeit auch auf der Waadtländer Seite fotografiert, ein Tier wurde letztes Jahr noch am Gurnigel im Kanton Bern fotografisch nachgewiesen. Im westlichen Teil wurden deutlich mehr Luchsnachweise erbracht als im östlichen. Hier finden offensichtlich eine Zuwanderung und ein Austausch mit dem Waadtland statt.

Die fünf festgestellten Luchse im Referenzgebiet ergeben eine Dichte von knapp einem Luchs (0,92) pro 100 km2 geeignetes Habitat. Diese Dichte ist tiefer als in den Referenzgebieten der anderen Kompartimente der Schweiz mit Ausnahme des Kompartiments Nordostschweiz.

Im kommenden Winter soll nun auch auf der linken Rhonetalseite im Referenzgebiet „Wallis Süd“ zwischen Simplon und Val de Nendaz die Aufnahme abgeschlossen werden.

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