Thurbo, Regionalbahn, Zug, Ostschweiz

Liste der bedrohten Linien

  • Nora Kieselbach
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Der Bundesrat will unprofitable Bahnstrecken wo immer möglich stilllegen und durch Busverbindungen ersetzen lassen, berichtet der Tagesanzeiger. Diese Vorgabe macht die Regierung den Kantonen in einem Verordnungspaket, welches das Bundesamt für Verkehr (BAV) letzte Woche in die Vernehmlassung geschickt hat. Heute wurde eine Liste der rund 150 betroffenen Strecken veröffentlicht.

Die neue Verordnung sieht vor, dass die Kantone zu prüfen haben, ob bei schlecht rentierenden Bahnlinien nicht wirtschaftlichere Alternativen in Form von Busangeboten geschaffen werden könnten. Dabei setzt der Bundesrat die Messlatte für den Regionalverkehr hoch an: beträgt der Kostendeckungsgrad einer Strecke unter 50 Prozent, so sei die Stilllegung der Bahnverbindung zu prüfen.

Von den schweizweit 300 Regionallinien wären laut BAV rund 150 Strecken betroffen, und zwar vor allem in den Randregionen – mit teilweise für die Kantone einschneidenden Konsequenzen. So könnte etwa Appenzell-Ausserrhoden sämtliche Bahnverbindungen verlieren. Aber selbst Zuglinien in den Agglomerationen – die zu Pendlerzeiten stark frequentiert werden – fallen unter die 50 Prozent-Grenze des BAV, wie die nachfolgende (nicht abschliessende) Auflistung zeigt:

S14 Zürich HB–Wetzikon–Hinwil (Teilstück Zürich–Wetzikon)
S21 Zürich HB–Thalwil–Zug
S24 Zürich HB–Horgen Oberdorf–Cham
S1 Freiburg–Flamatt–Bern (–Münsingen–Thun)
S18 Sursee–Luzern (–Baar)
S1 Basel SBB–Laufenburg /–Frick–Brugg AG
S4 Rapperswil–Uznach–Wattwil–St. Gallen
S6 St. Gallen–St. Gallen Haggen–Herisau

Der VCS Verkehrsclub der Schweiz reagiert dementsprechend auch ablehnend auf die Verlautbarungen des BAV und kündigt an, sich „mit aller Kraft gegen einen derartigen Kahlschlag zu wehren“. Denn die Reisenden benutzten gerade deshalb die Bahn, weil sie sich darauf verlassen könnten, bis hinaus in die Randregionen gute Anschlüsse zu finden. Diesen Trumpf, der auch ein wirtschaftlicher Standortvorteil ist, dürfe man nicht einfach aus der Hand geben, so der VCS. – Stellungnahme VCS weiter lesen

Weitere Informationen

Bundesamt für Verkehr BAV
VCS Verkehrs-Club der Schweiz

Bild: Jan Oosterhuis [Public domain] via Wikimedia Commons

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