Europa Nacht Lichtverschmutzung

Licht aus in Frankreich!

  • Eliane Küpfer
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In Frankreich gehen seit dem 1. Juli um ein Uhr Nachts die Lichter aus. Das neue Gesetz vom französischen Umweltministerium betrifft ungenutzte Gebäude, Schaufenster und Shoppingzentren. Aber auch Sehenswürdigkeiten wie der Eifelturm werden nicht mehr die ganze Nacht beleuchtet, schreibt der Klimaretter. Büroräume müssen sogar eine Stunde nach Arbeitsende die Lichter löschen, bei einem Verstoss gibt es eine saftige Strafe. Das neue Gesetz soll helfen Energie zu sparen, aber es hilft auch gegen die Lichtverschmutzung.

Mit dem neuen Licht-Aus-Gesetz sollen laut Klimaretter im Jahr 200 Millionen Euro und 250.000 Tonnen CO2 gespart werden. Das entspricht dem Verbrauch von 750.000 Haushalten in Frankreich. Zum anderen dient das Gesetz auch dem Schutz des Nachthimmels. Denn die Lichtverschmutzung stört das natürliche Gleichgewicht. Nachtaktive Tiere wie die Glühwürmchen und Nachtfalter werden bei der Nahrungs- oder Partnersuche irritiert, die lichtempfindlichen Fledermäuse werden vergrämt und Zugvögel verlieren die Orientierung, fliegen gegen erleuchtete Gebäude und verletzen sich. Junge Meeresschildkröten wandern nach dem Schlüpfen zum hellsten Ort: das ist normalerweise das vom Mondlicht erleuchtete Meer. Durch die Lichtverschmutzung ist dies jedoch immer öfter die Strandbeleuchtung oder die nächste Stadt. So gehen ganze Gelege dieser bedrohten Tiere unterwegs verloren. Aber auch wir Menschen werden durch das künstliche Licht in unserem Tag-Nacht-Rhythmus gestört.

Die Umweltorganisation France Nature Environnement ist daher sehr zufrieden mit den neuen Massnahmen, schreibt der Klimaretter weiter. Denn „die Energieverschwendung sei ein Luxus, den man sich so nicht mehr leisten könne.“

In der Schweiz gibt es laut darksky auf Bundesebene Gesetze, welche die Lichtverschmutzung erfassen. Jedoch werden diese kaum umgesetzt, da vielen dieses Thema kaum bewusst ist. Das neue Gesetz aus Frankreich trägt zu einer breiteren Wahrnehmung der Lichtverschmutzung bei und gibt somit Grund zur Hoffnung. Sollte es bewirken, dass auch andere Länder in Europa nachziehen, können wir vielleicht schon bald wieder nachts die Milchstrasse sehen.

Bild: NASA’s Earth Observatory, Iberian Peninsula at Night [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons

Weitere Informationen

Exctinctions lumineuses (PDF in Französisch)

Darksky

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