Retezat-Nationalpark

Letzte Urwälder Europas in Gefahr

  • Stefanie Pfefferli
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Retezat-NationalparkDie rumänischen Behörden haben dem Bau der Nationalstrasse zu gestimmt. Laut WWF soll die Strasse durch zwei der letzten europäischen Urwälder gebaut werden und nach Fertigstellung würde die Strasse durch zwei Nationalparke führen. „Die staatliche Umweltschutzbehörde hat sich mit der Baugenehmigung darüber hinweggesetzt, dass es sich beim betroffenen Areal um ein strenges Schutzgebiet handelt“, kritisiert Andreas Beckmann, Leiter des WWF Donau-Karpaten-Programms. „Die Umweltverträglichkeitsprüfung war eine reine Farce und ist in fünf Tagen abgehandelt worden.“ Die Auswirkungen der Strassenerrichtung auf das Ökosystem würden in der entscheidenden Gefälligkeitsstudie nicht einmal erwähnt. Ausserdem werde bereits seit fünf Jahren illegal an Teilabschnitten gebaut, so der Vorwurf des WWF.

Das bedrohte Schutzgebiet umfasst den Domogled- und den Retezat-Nationalpark und fasst eine Gesamtfläche von rund 100.000 Hektaren. In den Wäldern befinden sich grosse unberührte Wildnis-Flächen mit Jahrhundert alten Beständen von Rotbuchen und Schwarzkiefern. Neben Wolf, Bär und Luchs sind auch anderen in Europa einst weit verbreiteten Tierarten wie Fischotter, Auerhuhn oder Steinadler in diesem Lebensraum verbreitet. Das bis zu 2.000 Meter hohe Massiv ist für seine zahlreichen Gletscherseen berühmt. Vergleichbare Urwälder finden sich in Europa nach WWF-Angaben nur noch im hohen Norden Finnlands und in Russland.

„Die EU hat bereits mehrere Verfahren gegen Rumänien angestrengt, da sich das Land nicht an Umwelt- und Naturschutzrecht hält“, kritisiert Beckmann. „Der Bau dieser Strasse wird der nächste traurige Fall in einer langen Reihe sein.“ Die rumänische Naturschutzorganisation Agent Green wird zusammen mit dem WWF eine Beschwerde gegen die rumänische Regierung bei der EU-Kommission einreichen.

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WWF Schweiz

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