© Benedikt Wurth, Jaus'nwrap
© Benedikt Wurth, Jaus'nwrap

Lebensmittelaufbewahrung ohne Plastik und Alu: „Jaus’nwrap“ macht’s möglich!

  • Mélanie Guillebeau
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Der „Jaus’nwrap“ ist ein langlebiger und ökologischer Ersatz für Frischhalte- und Alufolien, welche meist nach einmaligem Gebrauch ihr Ende im Abfalleimer finden. Der „Jaus’nwrap“ kann bis zu zwei Jahre verwendet werden.

Jaus’nwrap?! Wir verstehen hier nur Bahnhof. Österreicher dagegen erkennen sofort, dass es sich hierbei um ein Produkt handelt, welches zur Verhüllung von Jaus’n, auf gut deutsch Pausenbroten, genutzt wird. Der „Jaus’nwrap“ ermöglicht das Einpacken, Umspannen und Einfrieren jeglicher Lebensmittel, mit Ausnahme von Fleisch und Fisch. Kurzum, das neuartige Produkt aus Österreich kann wie Frischhalte- oder Alufolie eingesetzt werden – mit dem entscheidenden Unterschied, dass der „Jaus’nwrap“ ohne Plastik und Alu auskommt.

© Benedikt Wurth, Jaus'n Wrap
Selbst Brot kann man in den „Jaus’nwrap“ packen und damit länger frisch halten. | © Benedikt Wurth, Jaus’nwrap

In Wachs getränktes Tuch

Simpel gesagt handelt es sich beim „Jaus’nwrap“ um ein Baumwolltuch, das in Bienenwachs getränkt wird. Das ist aber längst nicht alles. Das Bienenwachs ist zusätzlich mit einer Schutzschicht aus Baumharz überzogen, welcher von Schwarzföhren gewonnen wird. Für die „Ernte“ des klebrigen Baumsaftes sind Pecher oder Harzer zuständig. In der Natur wirkt Baumharz wie ein Wundheilungsmittel, falls die Baumrinde verletzt wird und der Befall durch Bakterien oder Pilze droht. Die antibakterielle Wirkung des Baumharzes kommt auch dem „Jaus’nwrap“ zugute. Zum Abschluss verleiht Jojobaöl dem Wachstuch die gewünschte Geschmeidigkeit.

Biologisch, regional und sympathisch

Die Hersteller legen viel Wert darauf, dass alle Inhaltsstoffe aus biologischem und regionalem Anbau stammen. Ausnahmen sind nur das Baumharz und Jojobaöl: Für Baumharz existiert kein Biolabel. Mit dessen Verwendung wird dafür die Tradition der Pecherei gefördert, welche ein anerkanntes, immaterielles UNESCO-Kulturerbe ist. Das verwendete Jojobaöl ist zwar biozertifiziert, aber der Jojobastrauch wächst nicht in unseren Breitengraden, weshalb das Öl aus Israel importiert werden.

Die Gewinnung von Harz durch Pecher ist ein traditionelles Handwerk und steht als UNESCO- Kulturerbe unter Schutz. | © S.rae [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Die Gewinnung von Harz durch Pecher ist ein traditionelles Handwerk und steht als UNESCO- Kulturerbe unter Schutz. | © S.rae [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
| © Ken Bosma [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Aus den Früchten des Jojoba-Strauchs wird das verwendete Jojobaöl hergestellt. | © Ken Bosma [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Der fertige „Jaus’nwrap“ besitzt kein Bio-Gütesiegel, aus dem einfachen Grund, dass er keiner der bestehenden Kategorien Lebensmittel, Kosmetikartikel oder Kleidungsstücke zugeordnet werden kann. Nichtsdestotrotz ist er ein durch und durch naturbelassenes, nachhaltig produziertes und im eigentlichen Sinne biologisches Produkt. Ebenso spürt man das Herzblut, welches die Hersteller – und Eltern einer zweiköpfigen Rasselbande – in die Verwirklichung ihres Wachstuches gesteckt haben, was dem „Jaus’nwrap“ zusätzlichen Charme verleiht.

Nützliche Tipps zur Anwendung

Die Verwendung mag nicht ganz so „straightforward“ wie bei der Frischhaltefolie sein, ist aber auch keine Hexerei. Aufgrund des enthaltenen Bienenwachses gibt es lediglich einige Dinge zu beachten:

  • Mit unserer Körperwärme kann das Wachstuch in Form gebracht werden.
  • Aber zu lange sollte der „Jaus’nwrap“ Wärme, insbesondere direktem Sonnenlicht, nicht ausgesetzt werden, da das Wachs zu schmelzen droht. Sollte er doch mal vergessen gehen, einfach für kurze Zeit zur Abkühlung in den Kühlschrank legen.
  • Wenn das Wachstuch mal schmutzig wird, können Spülmittel und kaltes Wasser Abhilfe verschaffen.
  • Warmes Wasser kommt zum Zuge, um den Wrap aufzufrischen und seine Haftbarkeit zu verbessern.
  • Sollte das Wachstuch mal nicht im Einsatz sein, kann es in der Karton-Verkaufspackung aufbewahrt werden.

Ich weiss nicht, wie es auch geht, aber mich hat die ökologische Variante für Frischhalte- und Alufolie überzeugt. Mein „Jaus’nwrap“ ist bereits bestellt und ich bin gespannt, ob er hält, was er verspricht. Ich muss mich leider noch ein bisschen in Geduld üben, bevor ich mich von Plastik und Alu verabschieden kann. Denn momentan beträgt die Lieferfrist aller Produkte fünf Wochen. Aber das Warten wird sich bestimmt lohnen!

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