„Lebendiger“ Wald geht in CO2-Verordnung leer aus

  • Nora Kieselbach
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Waldwirtschaft Schweiz (WVS), der Verband der Schweizer Waldeigentümer und Forstbetriebe, hat im Rahmen der soeben abgeschlossenen Anhörung zum Entwurf der CO2-Verordnung Stellung genommen (naturschutz.ch berichtete). Wie der WVS nun mitteilt, fordert der Verband, dass die Waldeigentümer für die Senkenleistung ihres Waldes abgegolten werden.

Nach Schätzungen des Bundesamts für Umwelt BAFU könnten die Schweizer Wälder jährlich über eine Million Tonnen CO2 binden. Wenn ein Wald über einen bestimmten Zeitraum mehr CO2 aus der Atmosphäre aufnimmt und speichert, als er freisetzt, spricht man von einer „CO2-Senke“, deren Senkenleistung durch die Bewirtschaftung eines Waldes beeinflusst werden kann.

In der nationalen CO2-Bilanz lässt sich der Bund die Senkenleistung der Schweizer Wälder bekanntlich anrechnen. In der 2007 vorgesehenen Waldgesetzesrevision anerkannte der Bundesrat die Waldeigentümer als berechtigte Eigner dieser Leistung. Mit Erstaunen musste der WVS nun aber feststellen, dass die Waldleistung und damit das Recht auf deren Abgeltung im CO2-Verordnungsentwurf explizit ausgeschlossen wurden. Demnach wären erst die Senkenleistungen von verbauten Holzprodukten anrechenbar, während die Waldeigentümer für ihre Leistungen im „lebendigen“ Wald leer ausgingen.

Waldwirtschaft Schweiz fordert deshalb, dass der Bundesrat die rechtlichen Voraussetzungen schafft, damit die Inwertsetzung der Waldsenkenleistung möglich gemacht wird. Mit dieser grundsätzlichen Forderung der Anerkennung der Senkenrechte als Anrecht der Waldeigentümer ist der WVS nun auch direkt an Bundesrätin Leuthard gelangt, weil sie alleine im Rahmen der technischen Verordnung kaum befriedigend diskutiert und erfüllt werden kann.

Die Mehrheit der Schweizerischen Forstbetriebe ist aufgrund immer neuer Auflagen, des schwierigen Holzmarkts und der Anpassungen an den Klimawandel wirtschaftlich in einer prekären Situation. Zusätzliche Wettbewerbsnachteile drohen, da in den Nachbarländern zurzeit Klimafonds zur Stützung der Waldwirtschaft geschaffen oder ernsthaft diskutiert werden. In dieser Situation erscheint es dem WVS nichts als recht, dass die Schweizer Waldeigentümer für die Leistungen zugunsten der Öffentlichkeit entschädigt werden.

Weitere Informationen

Waldwirtschaft Schweiz WVS
Bundesamt für Umwelt BAFU

Bild: Malene Thyssen [CC-BY-SA-2.5] via Wikimedia Commons

 

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